Samstag, 4. Juli 2015

Ein Lavendel-Hydrolat und seine alljährliche Radtour

...so, die Bestellung von Lavendel-Hydrolat ist abgeschickt. Wenn die Post will, wird es rechtzeitig zur diesjährigen Radtour in Ungarn dabei sein. (...und Nein, ich fahre nicht mit. Es ist mir schlicht zu heiß.)
Es wäre nun schon etwa seine 6. Radtour, die das Lavendel-Hydrolat mit Bravour bewältigt. Vor Jahren gab ich meinem Mann eine kleine Sprühflasche mit Lavendel-Hydrolat mit, in der Hoffnung, dass er etwas gewappnet sei, wenn die Mücken es zu arg treiben oder wenn die Sonne Spuren hinterlassen hat.


Ein Jahr später wurde ich gebeten, doch etwas mehr mitzugeben, damit es ausreichend wäre. Wie sich herausstellte, wurde das Lavendel-Hydrolat (selbstverständlich ohne Alkoholzusatz) der Renner auf der Radtour und es besprühte munter und mit Vergnügen sonnenstrapazierte Haut oder diente als Erfrischung - es hatte sich in der Gruppe herumgesprochen... und gerochen.


Unsere ungarische Freundin liebte diesen Duft und sprühte sich bereits morgens, vor der Tour, mit Lavendel-Hydrolat ein dabei bemerkte sie, dass sie nicht wie sonst "errötete".
Später erzählte sie mir, dass sie dieses Prozedere nun auch erfolgreich vor dem Gang in ihren Weinberg durchführte. Sie fand Sonnenschutzmittel für sich selbst zu klebrig, schweißtreibend und zu insektenfreundlich bei der Arbeit im Weinberg. Sie meinte, dieses Lavendel-"Zauberwasser" klebt nicht, hält die Insekten fern und würde ihrer Haut gut tun. Ich schaute sie ungläubig an - Lavendel-Hydrolat als Sonnenschutz? Mir war dergleichen nicht bekannt. Als "Aftersun"-Pflege, darüber steht in der Literatur geschrieben und ausprobiert hatte ich es mit Erfolg auch schon.

Letztes Jahr auf unserer Reise (Mitte Juli!) nach Grasse und Umgebung, durfte ich die Kunst des "Zauberwassers" selbst bestaunen. 

 
Mein Mann ging ohne eine Lavendelwasser-Besprühung nicht aus dem Haus. Ich ungläubig, ignorierte es. Das Ergebnis am Abend: seine Haut wohlauf, ich krebsrot, mit unangenehmen Spannungsgefühl auf der Haut - man nennt es wohl einen satten Sonnenbrand... also Lavendel-Hydrolat zur "Nachsorge", mit viel Aufwand.


Irgendwie kann ich es immer noch nicht so recht glauben, was ich da hörte, sah und erfuhr...

Habe meine drei Hydrolate-Schatzbücher* durchforstet - Lavendel-Hydrolat als "AFTER-SUN" ist aufgeführt, jedoch als ein "DAVOR-SUN" - dazu finde ich nirgends etwas ...

Hinweis:
Diese hier beschriebene Erfahrung mit Lavendel-Hydrolat, ist eine ganz individuelle, subjektive und persönliche Beobachtung. Sie ist in keinem Fall als Anregung, Aufforderung o.ä. zu verstehen, auf herkömmliche, optimale und bewährte Sonnenschutzmittel, die der Vermeidung von Sonnenbrand und Hautschädigungen dienen, zu verzichten.


* in der Reihenfolge der Veröffentlichung:
  • Eliane Zimmermann: Hydrolate - Pflanzenwässer, die vergessene Dimension der Aromatherapie und Aromapflege
  • Ingrid Kleindienst-John: Hydrolate - Sanfte Heilkräfte aus Pflanzenwasser
  • Susanne Fischer-Rizzi: Das grosse Buch der Pflanzenwässer - Pflegen, heilen, gesund bleiben mit Hydrolaten

Kommentare:

  1. super!!!! danke für diese überaus wertvolle nachhilfe! ich werde sie auf meiner facebook-aromapraxis-seite posten! auf dass es gaaaanz viele menschen zur kenntnis nehmen.

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    1. Vielen Dank, Eliane.
      Ich kann dieses Phänomen (auch) nicht erklären aber die "Lavendelhydrolat-Fans" sind begeistert davon. Vielleicht findet irgendjemand etwas dazu im Pool der Studien oder in den Annalen der "Volksmedizin".

      Danke auch dafür, dass Du auf Deiner Facebook-Aromapraxis-Seite darauf hingewiesen hast, es nicht "in Extrem-Sonne-Situationen ausprobieren und nicht bei sehr heller Haut oder gar bei Kindern" und dass ein möglicher Alkoholzusatz im Hydrolat unerwünschte "Flecken auf der besonnten Haut machen" könnte.
      Der Haut soll es gutgehen und dem was darin steckt selbstverständlich auch - und das sollte sich jeder/e wert sein.

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  2. Meine liebe Christine, ja das destillieren macht riesigen Spaß und glaub mir Es macht süchtig. Und an allem ist Eliane Schuld frech grins......
    Leider weiß ich noch nicht, wie ich dir auf meinem Blog antworten kann, deshalb hier. Der Blog besteht erst seit gestern und das ist alles noch Neuland für mich.
    Ich versuche am Ball zu bleiben und meine Erfahrungen mit euch zu teilen.
    Liebe Grüße
    Petra Gisch

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    1. Liebe Petra,
      ich kann Dir nur zustimmen: Eliane ist schuld :-). Sie hat auch mich verführt, zu den ÄÖ und ihren Düften. Diese Verführung war und ist ein Segen...
      Ich wünsche Dir viel Freude beim Bloggen. Irgendwie steigt man ganz leise hinter all die kleinen "Unbekannten".
      Herzlichst Christine

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  3. Liebe Christine,
    vielen Dank für Deinen Besuch auf meinem Blog und für Deinen Kommentar.
    Leider liegt unser "lavendeliger" Valensole-Besuch nun auch schon wieder drei Tage zurück, aber wir haben das schöne Dorf und den herrlichen Duft wieder sehr genossen und freuen uns schon auf den nächsten Besuch!
    Bei der Fete de Lavande im letzten Jahr sind wir uns sicherlich über den Weg gelaufen - aber bei den Tausenden von Gästen, die an diesem Tag das sonst so ruhige Dorf besuchen, würde man nicht mal jemanden finden können, den man kennt ;)
    Von Lavendel-Hydrolat lese ich hier auf Deinem Blog zum ersten Mal und finde es sehr interessant. Das müsste doch eigentlich das "Lavendelwasser" sein, dass wir uns in der Destillerie bei Gradians immer abzapfen dürfen und mit dem mein Mann mit Begeisterung bügelt? Wenn es frisch ist, könnte man es also auch zu Heilzwecken verwenden? Sonnenbrand haben wir glücklicherweise derzeit keinen zu versorgen, aber probiere ich es einmal aus, damit Insekten abzuschrecken und reibe mich damit ein, bevor ich in den Garten gehe. Das wäre ja super, wenn das klappen würde, denn ich bin häufig ganz zerstochen.
    Liebe Grüße, Monika

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    1. Liebe Monika,
      aber sehr gerne.
      Ich habe mich riesig gefreut über Deinen tollen Bericht. Es war die Überraschung pur - nach einem Jahr "zufällig" wieder daran erinnert zu werden.
      Grins, also ich war auf dem unteren Erzeugermarkt und auch oben am Brunnen...

      Na, dass nenne ich Glück, Lavendelwasser einfach abzapfen zu dürfen. Ja, es wird auch Lavendel-Hydrolat genannt und ist ein geniales Pflegemittel.
      Vor ca. 20 Jahren wurde es weggekippt, bzw. einfach in die Bäche geleitet - Fische sollen sich wohl amtlich beschwert haben, seitdem gab es ein Umdenken.

      Herzlichst Christine

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  4. Liebe Christine,
    das war mir auch total neu - Lavendelhydrolat "gegen die Sonnenstrahlen" einzusetzen. Das werde ich auch meinem Mann empfehlen. - Dein Bericht erinnert mich an meinen Provence-Urlaub im Jahr 2013. - Wir durften auch zusehen, wie das Lavendelöl bzw. -Hydrolat gewonnen wurde. - Ach ja, diese Dufturlaube. - Ich wünsche Dir eine schöne Zeit bei Eliane (hätte ich nicht schon eine Kräuterreise nach Russland gebucht, wäre ich sicherlich dabei)
    Herzliche Grüße aus dem Norden
    Heidi

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    1. Liebe Heidi,
      schmunzel - mir war es auch neu. Aber vielleicht geht es gar nicht darum, Lavendel-Hydrolat "gegen die Sonnenstrahlen" zu verwenden sondern es macht vielleicht einen guten Job, weil es eher die Hautpflege liebt. Ich habe keine Ahnung wie dieses beobachtete Phänomen zustande kommen kann - die Literatur sagt dazu nichts!!! Möglicherweise spielt auch die Qualität des Hydrolates und der grundsätzliche Zustand der Haut eine Rolle dabei. Ich würde es auf keinen Fall verallgemeinern und davon ausgehen, dass dieses "Phänomen" für Jeden und in jedem Fall geeignet ist. Also lege bitte Deinem Mann nahe, dass er achtsam mit sich und seiner Haut umgeht.
      Ja, diese Duftreisen, sind Reisen in eine andere Welt und bleiben unvergesslich - eine Woche ist wie gefühlte seelige Ewigkeit.
      Dich in Irland zu sehen, wäre mir aber eine große Freude gewesen.
      Über Deine Kräuterreise nach Russland möchte ich gerne mehr wissen (Blog?).

      Ich wünsche Dir eine wundevolle und genussvolle Reise.

      Herzlichst
      Christine

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    2. Liebe Christine,
      wer weiß, wo wir uns mal über den Weg laufen. - aber es wird passieren, irgendwann kreuzen sich unsere Wege - und ich freu mich schon mal drauf.
      Alles Liebe
      Heidi

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  5. Hallo Christine,
    vor einigen Jahren habe ich bei einem Rosenseminar im Taubertal Rosenwasser für mich entdeckt. Dieser Duft erfrischt und ich meine auch es pflegt und beruhigt die Haut!
    Lavendenwasser aus Frankreich muss auf jeden Fall auf dem Heimweg aus dem Urlaub im Gepäck sein, soviel steht fest. Ich bin auf die Wirkung gespannt...und schon volle Vorfreude auf den Duft!
    Auch im Kräuter- und Rosengarten gibt es so vielfältige Düfte zu erleben, die mir immer wieder guttun!
    Duftige Rosengrüße
    Christine

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