Donnerstag, 25. Juli 2013

Vogelmiere, Lavendel, Rose & Co - machen meine Füße froh...

...nun ja, die Überschrift ist schon speziell.

...aber, sie kommt meiner Begeisterung über einen handgemachten Creme nahe.

Meine Füsse sehnten sich nach einem Sommer-Outfit.
Irgendwie wollte es nicht so recht gelingen, die Fersen auch davon zu überzeugen.
Da fiel mir eine ländliche Zeitschrift in die Hand.
Beim Durchblättern traf mein Blick auf Vogelmiere, verarbeitet zu einer Salbe - was ist denn das, nee doch nicht Salbe, Salat ja aber sowas... legte die Zeitschrift weg und schüttelte innerlich den Kopf.
Nach einigen Tagen nahm ich sie wieder zur Hand - meckern konnte ich ja auch später.

Also ausprobieren und abwarten was passiert.
Nur Vogelmiere war mir zu fad, da fehlte der Genußfaktor...und so schaute ich, was noch dazu passen könnte.

Ging in den Garten pflügte eine handvoll Vogelmiere, 3 Calendulablüten, 3 Zweige Thymian, 6 Stengel Lavendel und lies mir von der Rose die Blütenblätter geben. Stellte das große Becherglas ins Wasserbad, gab etwa 150ml Olivenöl hinein (sollte ja nicht soviel sein, falls es eine "Erfahrung" wird). Erwärmte das Ganze auf max.70°C und rührte danach die grob zerkleinerten (sprich zerpflückten) Pflanzen hinein, rührte um, deckte ab und ließ es über Nacht ziehen. Am nächsten Tag filterte ich das Öl ab, drückte die Pflanzen in der Filtertüte vorsichtig aus.
Es duftet schon wunderbar, aber auch etwas "grün". Gab das Öl wieder in ein Becherglas, ca. 20g Bienenwachs und knapp 30 g naturbelassene Sheabutter hinzu. Erwärmte es langsam (im Wasserbad) bis alles geschmolzen war (dabei rührte ich häufiger mit einem Glasstab um).
Danach füllte ich die Masse in 3 Cremedosen und gab, als sie anfing zu "stocken", je einen Tr. Rosenöl (100% naturreines ätherische Öl) und je zwei Tr. Lavendel fein (ebda.) dazu. Die ÄÖ ließen sich gut mit einem Zahnstocher unterrühren. ...und voilà, fertig war meine ganz persönliche "Füsse-mach-froh-Creme" in einem wunderschönem Grünton, mit phantastischem Duft und von angenehmer Konsistenz.

Es war so einfach und hat Spass gemacht, zu erleben, wie aus selbst gesammelten Zutaten und einer Anregung etwas wunderbar Kreatives entstehen kann.

...ach ja, meinen Fersen muß es woll auch gefallen haben, denn sie machen jetzt mit.

Die vitamin- und mineralstoffreiche Vogelmiere ist bei mir über ihre Salatfunktion hinausgewachsen...und wenn ich jemals wieder jemanden von "Unkraut" sprechen höre, dann...

Die Pflanzen aus dem Garten

Die Vogelmiere

Das Ergebnis

Ein Sommer-Sonnen-Smoothie mit Muskatellersalbei...

Was macht man mit einer kleinen Handvoll schwarzer Johannisbeeren (mehr hatte mein Strauch nicht) und die im Focus habende prachtvolle Muskatellersalbei-Staude ? Neugierde befriedigen und sie zusammen ausprobieren.

Also, den kleinen Mixer nehmen und füllen mit: den schwarzen Johannisbeeren, einem Weinbergpfirsich, zwei kleinen zarten Blättern und 5 Blüten  vom Muskatellersalbei.
Das Ganze mit einem Schuss Holunderblütensirup versüßen, mixen und dann mit stillem Wasser auffüllen und nochmals mixen.

Ein olfaktorisches und gustatorisches Gedicht!
Die Strenge der schwarzen Johannisbeeren umhüllt von der Süße eines Weinbergpfirsich und der Süße aus den Sommer-Sonnen-Strahlen der Holunderblüten. Im Nachgang taucht aus dem Untergrund das krautig intensive Aroma des Muskatellersalbeis auf und das alles im entfaltenden Spiel auf der Zunge. Wunderbar.

Hinweis: Den Muskatellersalbei zu Beginn gering dosieren, denn er ist sehr intensiv. Nachwürzen kann man immer...