Sonntag, 15. Dezember 2013

Lavendel, Thymian und Olivenöl ...und wohin nun mit dem Rest?


Vor dieser Frage stand ich heute, als ich den Ölauszug aus Lavendel und Thymian abfilterte. Der Auszug ist sehr gut gelungen. Habe vor 10 Tagen Lavendelblüten und Thymiankraut (Teequalität aus dem Reformhaus) in einen Topf mit Olivenöl gegeben und beides auf ca. 70 °C erwärmt, danach bei ca. 50°C etwa zwei Stunden ausgezogen (Temperaturstabil gehts am besten mit Topf im Wasserbad). Anschließend das Ganze in ein Schraubglas gegeben und auf den Heizkörper warm gestellt.
Das Mazerat hat einen starken, wundervollen Duft nach Lavendel und Thymian. Die Farbe des Öles  ist sehr schön. Werde es mit Bienenwachs zu einem Balsam weiter verarbeiten...


...so fing es an und nun gab es diesen "vielzuschadezumwegschmeißen" Rest?  Diese öldurchdrängte und so herrlich duftende Masse. 

Zu Hilfe kam ein Gedankenblitz: 
Vermische doch das Ganze mit Meersalz!
Mach ein Badesalz daraus!
Duft und Pflege in einem Ritt... Nachdem ich nun das Ergebnis kenne, muß ich sagen, es war eine geniale Idee.

Meersalz + Öl-Kräuter-Mischung zusammen gut verrühren und immer wieder mit Meersalz auffüllen. Ins Glas füllen - FERTIG! 
Um nicht in Lavendel-Thymian-"Fusseln" zu schwimmen, kann man einige EL dieser Mischung in eine große Teefiltertüte geben, zubinden und ins Badewasser geben.

Zur Erinnerung: Da im Badesalz Öl enthalten ist, bitte auf Rutschgefahr achten. Dafür wird ein Eincremen nach dem Bad allerdings nicht mehr zwingend nötig sein.

Dieses Badesalz ist eine mildere Variante, quasi ein Teeaufguss für Haut und Näschen.

Natürlich lässt sich das Badesalz auch noch zusätzlich mit ÄÖ "aufpeppen". 

Hier die Bilder:
Oben: die Ölausbeute (li.), die Lavendel-Thymian-Öl-Masse (mitte); verrührt mit Meersalz (re.); Unten: das Ergebnis (li.), und mit Teefiltertüte (re.)
PS: ...auch ein Fußbad oder ein Körperpeeling sind mit dem Inhalt der Gläser vorstellbar.


Dienstag, 27. August 2013

Was hat Aromapflege mit betrieblicher Gesundheitsförderung zu tun?

Sehr viel, denn sie fördert Gesundheit auf mehreren Ebenen.
  
Aromapflege pflegt (auch) Pflegende.

Eine olfaktorisch angenehme Umgebung sowie die Anwendung der Aromapflege, sind aus sich heraus geeignet, Begeisterung und Freude an der eigenen Tätigkeit zu wecken und zu fördern. Sie können zum gesundheitsfördernden Quell in der Pflege werden.

Mit dem Einsatz ätherischer Öle in der Pflege, wird eine Arbeitskultur unterstützt, die das Gefühl der Wertschätzung, der eigenen Kompetenz, der Stimmigkeit, der Zugehörigkeit und den Wunsch nach Selbstpflege entstehen lässt.
Gerüche sind unmittelbar mit Gefühlen gekoppelt, um so wichtiger ist es das Individuelle, das Subjektive in der Wahrnehmung des Beschäftigten zu berücksichtigen. Dazu gehört auch, dass bei der Erarbeitung von  Aromapflegestandards (Qualitätsmanagement), die olfaktorischen Vorlieben und Abneigungen der Beschäftigten Beachtung finden und berücksichtigt werden.
Das Olfaktorische im Pflegealltag, hat weitreichenden Einfluß auf die psychische und physische Befindlichkeit der Beschäftigten.


Es geht nicht darum, mit der Aromapflege noch mehr zu Leistungssteigerungen zu motivieren. Es geht darum im vorhandenen Rahmen, ohne zusätzlichen Aufwand etwas in den Pflegealltag einfliessen zu lassen. dass neugierig macht, Begeisterung weckt. Mit Aromapflege ensteht das Gefühl etwas sinnvoll Gutes zu tun. Sie lässt die eigene Kompetenz erleben, trotz allem Eingebundensein in Regeln, Standards usw. Es geht darum, die Freude am eigenen Tätigsein wieder in den Fokus zu stellen. Unterstützend wirkt, dass unmittelbar miterlebt wird, welche wohltuenden Wirkungen das eigene Handeln auf die, im Pflegealltag, anvertrauten Menschen hat. Ein Schritt auf dem Weg zum Ziel langfristig gesunde, motivierte Pflegefachkräfte zu er- und behalten.

...im Pflegealltag
Meine langjährige Erfahrungen im Gesundheits- und Arbeitsschutz sowie der Osmologie und Aromapflegekultur, haben zu einem Schnittpunkt dieser beiden „Welten“ geführt. Es ist gelungen „das Olfaktorische, als Potential für gesunde Pflege“ im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen  Arbeitsschutzstrategie (GDA) „gesund-pflegen-online.de“ 2011 in Thüringen „auf den Tisch“ zu bringen. Fortführend konnte in Sachsen-Anhalt mit der AOK und der BGW in Veranstaltungen mit Pflegedienstleitungen, Einrichtungsträgern und Pflegefachkräften, die Thematik bekannt gemacht und Aufmerksamkeit erweckt werden.

Die Zeit ist reif, neue Wege zu beschreiten...

Mittwoch, 14. August 2013

Muskatellersalbei* oder ein Hauch von Schweiß....

Nach einem Jahr voller Bangen, ob das kleine Pflänzchen es schaffen würde, überraschte mich der Muskatellersalbei in diesem Sommer,  als  stattliche Pflanze, übervoll mit Blüten, in meinem Garten. So hatte es den Winter überstandenen und obwohl, es fast der Freßlust der Schnecken zum Opfer gefallen wäre, auch dies überlebt.

Ihn angeschaut, bewundert und auch berochen habe ich wohl und glaubte ich kenne ihn. Im Rahmen einer (meiner) Blütenuntersuchungsaktion, war der Muskatellersalbei ein lohnendes Studienobjekt.
Per Zufall hatte ich festgestellt, dass bei einigen stark duftenden Kräuterpflanzen, die Blüten kaum wahrnehmbaren Blütenduft hatten.

Die Muskatellersalbei-Staude (re/li oben) - Die Salbei-Staude in blau(re/li unten)

Die Blüte...
Ich nahm mir eine Blüte. Allerdings diese Blüte allein zu(be)riechen war sinnlos, denn die Pflanze hatte dufttechnisch schon meine Finger in Besitz genommen. Also kosten. Die Blüte schmeckte sehr "streng" nach Muskatellersalbei aber plötzlich entfaltete sich auf der Zunge eine Süße, die sich schlicht mit himmlisch beschreiben lässt. So also schmeckt Nektar - göttlich! ... selbst der schweißige Unterton des Muskatellersalbeis, erlag der Süße des Nektars. Ich war von dieser unerwarteten "Begegnung" total fasziniert, denn das hatte ich nicht erwartet.

Die Blüte

Blüte und "Klebemonster"
...und das Klebemonster
Der Muskatellersalbei ist ein richtiges Klebemonster. Faßt man Blüte, Stengel und die jungen Blätter an, dann klebt es wie Harz an den Händen. Mit bloßem Auge erkennt man, wie alles mit einem Teppich aus (Öl)Drüsenhaaren überzogen ist. Fallen die Sonnenstrahlen darauf, funkelt es wie Diamantenstaub und einzelne Ölbehälterchen ahmen den Regenbogen nach. Das Sonnenlicht bricht sich in den Öltröpfchen des Muskatellersalbeis.

Das Klebemonster
...ein Hauch von Schweiß
Der Duft des Muskatellersalbei (Pflanze und ÄÖ) hat etwas sehr eindringliches oder aufdringliches. Sein krautiges, blumiges Aroma, von einer mehr oder weniger (empfunden) animalischen, schweißigen Note durchdrungen, scheidet die nasalen Empfangsstationenträger in „ja – hinein“ oder „igitt - bloß weg“.

Muskatellersalbei mit seinem prozentual geringen Anteil an dem hormonähnlichen Sclareol (ein Diterpen-Alkohol) bringt uns mit einer Ambra-Note in Kontakt, dem Animalischen. (Sclareol des Muskatellersalbei, ist Ausgangsstoff für die Gewinnung eines ambraähnlichen Duftstoffes für die Parfümherstellung.)
Reift die Pflanze voll aus, dann verringert sich der schweißige Geruch und der Ambra-Charakter tritt mehr in den Vordergrund. Die Stimmung heben, aber auch die Erinnerung an das Animalische, an das Im-Verborgen-Gefühltem, kann dieser Duft anbieten.

...und sein Platz im Duftkreis (M.Henglein)...
Der Muskatellersalbei steht im Duftkreis nach M. Henglein zu Beginn des III. Quadranten. Es ist der Bereich in dem es um Gefühle, den Umgang mit ihnen, die Reise in die eigene Innenwelt geht - das Verborgene und sowie hormonell-emotionale Vorgänge, aus dem limbischen System, können „zur Sprache kommen“. Der  Duft des Muskatellersalbeiöls spricht das Herz an und bittet um Öffnung. Er erinnert verschmitzt an Erotisches und beflügelt die Kreativität, eine gewisse Hingabe voraussetzend. Auch hilft er durcheinander gewirbelte „Rhythmen“ wieder in den Rhythmus zu bringen.


Zwei unvergessene Erlebnisse mit dem Muskatellersalbei als ÄÖ und als Pflanze
Das Ätherische Öl (ÄÖ)
Zu Beginn meiner Duftspur-Aufnahme  stand eine Aroma-Massageausbildung. In einer schönen und gemütlichen Umgebung wurden uns anschaulich und kompetent die Grundlagen der Aromamassage beigebracht. Und so werkelten wir emsig an 5 Massageliegen in einem Praxisraum. Es ging um entspannende Massagemischungen und der Muskatellersalbei kam ins Spiel. Die Mischungen dufteten wunderbar und keiner merkte, wie schnell die Zeit verstrich. Für den Heimweg bekamen wir noch ans Herz gelegt, doch bitte am Abend keinen Alkohol, wegen des Muskatellersalbeis, zu trinken und dann ging jeder seiner Wege.
Ich ging mit meiner Aromafreundin zu unserem Quartier – einem ungeheizten Zimmer, in einer großen kalten Wohnung, in einer großen Stadt, mitten im kalten, trüben und regnerischen November…
Wir tranken noch beim Türken um die Ecke einen wunderbaren heißen, süßen Tee und versuchten diese Wärme mit ins Zimmer zu nehmen. Mit mäßigem Erfolg. Wir froren wie die Tage zu vor.
Plötzlich hatten wir einen Geistesblitz – der Fön – der macht doch… Wir schauten uns an und fingen an zu kichern. Dann wärmten wir uns gegenseitig mit dem Fön, auf  höchster Stufe, und kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Hörte eine auf, so prustete die Andere wieder los, es war einfach nicht zu Beherrschen. Vom Lachen tat schon alles weh. Irgendwann schaffte es der Schlaf dieser „Lachorgie“ ein Ende zu bereiten. In der Nacht hatten wir sehr inspirierende „Real“-Träume. Ich schrieb ein Buch, der Titel stand schon fest. Nun ja ein Buch habe ich nicht geschrieben aber dafür Blog…
Am nächsten Morgen war alles wieder gut, nur ein Muskelkater erinnerte uns daran. Im Seminar erhielten wir eine Erklärung dazu. Wir hatten eine praktische Erfahrung mit dem Muskatellersalbei gemacht. Er kann sehr lustig und kreativ werden lassen …und das völlig ohne Alkohol.


Die Pflanze
Die zweite einprägende Erfahrung gab es am Ende einer Duftreise in Frankreich. Stolz auf den „Fund“ eines prächtigen Muskatellersalbei und voller Vorfreude, ihn als Erinnerung zu Hause getrocknet neben den Lavendel zu plazieren, mußte er im Auto mit. Allerdings ging es vorher noch quer durch Frankreich an den Atlantik. Der kräftige Zweig des Muskatellersalbei wurde, neben Gepäck und Insassen, im Auto verstaut. Die Sonne schien und es war heiß. Nach einiger Zeit wurde es im Auto immer lustiger, wir alberten herum, lachten und fanden irgendwie alles sehr witzig. Plötzlich kam mir der Gedanke – der Muskatellersalbei – er wirkt!
Wir waren schlicht etwas „abgehoben“. Das Auto war mit intensivem Muskatellersalbeiduft gefüllt, das merkten wir erst, als wir wieder ins Auto stiegen (die Adaption hatte ihren Job gut gemacht).
Um dieses unangemessene olfaktorische Angebot des Muskatellersalbeis zu beenden, wurde er auf den Heckspoiler gebunden, dort konnte er sich mit seinem Duft voll entfalten. Er überlebte die Reise quer durch Frankreich und bis nach Hause etwas zerzaust aber gut. …und in seiner Heckspoiler-Position genoß er die Aufmerksamkeit der Leute. Erfreute sich an ihrem Schmunzeln und ihren Bemerkungen. Er fiel auf und wir auch…

Der Muskatellersalbei brachte seine entspannende und euphorisierende „Note“ spürbar zum Einsatz...


 Entwicklung der Blütenstaude und die Öldrüsen

Der Blütenstand entsteht...
Der Blütentrieb schiebt sich heraus

Formen der Öldrüsen
Ein Teppich von Öldrüsenhaaren des Blattes (Triebspitze)
Die Öldrüsenhaare der Blüte

...die "Verarbeitung" 
Der Muskatellersalbei wanderte in einen "Sommer-Sonnen-Smoothie" .
Für eine Mazeration legte ich die Triebspitzen des Muskatellersalbeis in ein Schraubglas mit Sonnenblumenöl ein. Auch wenn die Haltbarkeit von Sonnenblumenöl nicht so groß ist, so passte zu diesem Muskatellersalbei einfach kein anderes Öl. Das Mazerat war nach 14 Tagen fertig.
Es duftete wunderbar intensiv nach der Pflanze.

Da ich noch etwas Lavendel-Mazerat übrig hatte kamen beide in eine Extra-Flasche, für ein Körperöl. Der Duft ist so irre, als wenn man in Frankreich mitten im Lavendelkraut, dem einige Stauden Muskatellersalbei "dazwischen" gekommen sind, liegt. Herrlich! ...und die Drôme steigt mit Bildern in der Erinnerung auf...

Die Muskatellersalbei-Staude in voller Pracht, das Mazerat und der Smoothie


*Hinweis: Muskatellersalbei soll bei hormonbasierenden Tumorerkrankungen nicht verwendet werden.

Donnerstag, 25. Juli 2013

Vogelmiere, Lavendel, Rose & Co - machen meine Füße froh...

...nun ja, die Überschrift ist schon speziell.

...aber, sie kommt meiner Begeisterung über einen handgemachten Creme nahe.

Meine Füsse sehnten sich nach einem Sommer-Outfit.
Irgendwie wollte es nicht so recht gelingen, die Fersen auch davon zu überzeugen.
Da fiel mir eine ländliche Zeitschrift in die Hand.
Beim Durchblättern traf mein Blick auf Vogelmiere, verarbeitet zu einer Salbe - was ist denn das, nee doch nicht Salbe, Salat ja aber sowas... legte die Zeitschrift weg und schüttelte innerlich den Kopf.
Nach einigen Tagen nahm ich sie wieder zur Hand - meckern konnte ich ja auch später.

Also ausprobieren und abwarten was passiert.
Nur Vogelmiere war mir zu fad, da fehlte der Genußfaktor...und so schaute ich, was noch dazu passen könnte.

Ging in den Garten pflügte eine handvoll Vogelmiere, 3 Calendulablüten, 3 Zweige Thymian, 6 Stengel Lavendel und lies mir von der Rose die Blütenblätter geben. Stellte das große Becherglas ins Wasserbad, gab etwa 150ml Olivenöl hinein (sollte ja nicht soviel sein, falls es eine "Erfahrung" wird). Erwärmte das Ganze auf max.70°C und rührte danach die grob zerkleinerten (sprich zerpflückten) Pflanzen hinein, rührte um, deckte ab und ließ es über Nacht ziehen. Am nächsten Tag filterte ich das Öl ab, drückte die Pflanzen in der Filtertüte vorsichtig aus.
Es duftet schon wunderbar, aber auch etwas "grün". Gab das Öl wieder in ein Becherglas, ca. 20g Bienenwachs und knapp 30 g naturbelassene Sheabutter hinzu. Erwärmte es langsam (im Wasserbad) bis alles geschmolzen war (dabei rührte ich häufiger mit einem Glasstab um).
Danach füllte ich die Masse in 3 Cremedosen und gab, als sie anfing zu "stocken", je einen Tr. Rosenöl (100% naturreines ätherische Öl) und je zwei Tr. Lavendel fein (ebda.) dazu. Die ÄÖ ließen sich gut mit einem Zahnstocher unterrühren. ...und voilà, fertig war meine ganz persönliche "Füsse-mach-froh-Creme" in einem wunderschönem Grünton, mit phantastischem Duft und von angenehmer Konsistenz.

Es war so einfach und hat Spass gemacht, zu erleben, wie aus selbst gesammelten Zutaten und einer Anregung etwas wunderbar Kreatives entstehen kann.

...ach ja, meinen Fersen muß es woll auch gefallen haben, denn sie machen jetzt mit.

Die vitamin- und mineralstoffreiche Vogelmiere ist bei mir über ihre Salatfunktion hinausgewachsen...und wenn ich jemals wieder jemanden von "Unkraut" sprechen höre, dann...

Die Pflanzen aus dem Garten

Die Vogelmiere

Das Ergebnis

Ein Sommer-Sonnen-Smoothie mit Muskatellersalbei...

Was macht man mit einer kleinen Handvoll schwarzer Johannisbeeren (mehr hatte mein Strauch nicht) und die im Focus habende prachtvolle Muskatellersalbei-Staude ? Neugierde befriedigen und sie zusammen ausprobieren.

Also, den kleinen Mixer nehmen und füllen mit: den schwarzen Johannisbeeren, einem Weinbergpfirsich, zwei kleinen zarten Blättern und 5 Blüten  vom Muskatellersalbei.
Das Ganze mit einem Schuss Holunderblütensirup versüßen, mixen und dann mit stillem Wasser auffüllen und nochmals mixen.

Ein olfaktorisches und gustatorisches Gedicht!
Die Strenge der schwarzen Johannisbeeren umhüllt von der Süße eines Weinbergpfirsich und der Süße aus den Sommer-Sonnen-Strahlen der Holunderblüten. Im Nachgang taucht aus dem Untergrund das krautig intensive Aroma des Muskatellersalbeis auf und das alles im entfaltenden Spiel auf der Zunge. Wunderbar.

Hinweis: Den Muskatellersalbei zu Beginn gering dosieren, denn er ist sehr intensiv. Nachwürzen kann man immer...


Montag, 24. Juni 2013

1. Abendgala zur Verleihung des Awards "the scented drop" & von A(romapraktiker) bis (Gra)Z



Die Zeit vergeht wie im Fluge und  die 1. Abendgala zur Verleihung des Awards "thescenteddrop", am 15.06.2013, im Zisterzienserstift Rein liegt nun schon wieder eine Woche zurück. Dennoch ist jeder Moment so spürbar nah. Es war einfach wunderbar und ich bin selbst jetzt noch völlig begeistert von der Atmosphäre an diesen Abend, mit seinen vielen bereichernden und genussvollen Eindrücken .

Es war super und perfekt organisiert und gelungen. Alles stimmte auf den Punkt genau.

Ein herzliches Dankeschön, an die Initiatorin Ingrid Karner (klick) und an das gesammte Organisationsteam der VAGA, für diesen gelungenen Abend. 

... und was mich außerdem begeistert: Dies alles wurde in ehrenamtlichem Engagement auf die Beine gestellt!
Das Buffet - ein Genuss für Augen und Gaumen (was man doch alles mit Thymian machen kann!).  Die Big Band war's für die Ohren.

Auch wenn sich mein Projekt "Mit allen Sinnen in die Welt der Dunkelheit" nicht unter die  ersten Drei in seiner Kategorie (Kultur und Geschichte) platzierte, so hat es mich doch glücklicherweise nach Graz und zu diesem Abend geführt.

Der Duft von Graz
Nicht allein der Thymianduft, aus dem VAGA-Logo vor dem Stift Rein, bleibt in schöner Erinnerung.
Auch der unvergessliche Duft von Graz. Eine Mischung aus sinnlich duftenden Rosen und dem betörenden Duft der Lindenblüten. Diese Duftkomposition ist in meinem Gesuchsgedächtnis gespeichert, verbunden mit den Bildern der Stadt, des Schlossgartens und des Schlossberges...

Die Überraschung des Abends
Seit einer Woche ist die Aromawelt in Österreich um eine Besonderheit reicher: es gibt nun ein Qualitätgesichertes Berufsbild für Aromapraktiker/innen.

Landesinnungsmeister KommR Dr. Veit Nitsche, Landesinnung Wien des chemischen Gewerbes, Mitglied des Bundesinnungsausschusses der Wirtschaftskammer Österreich verkündete, dass es gelungen ist, gemeinsam mit Ingrid Karner Vors. der VAGA, (klick) entsprechende Qualitätskriterien für die Ausbildung der Aromapraktiker so zu manifestieren, dass damit die Bedingungen für eine gewerbliche Berechtigung erfüllt und gesichert sind. 

An dieser Stelle möchte ich eine wichtige Information von Ingrid Karner noch hinzufügen: ohne die Unterstützung und Mitarbeit von Wolfgang Lederhaas (klick) wäre das neue Teilgewerbe für Aromapraktiker noch nicht möglich geworden!

Damit ist der, seit 2006, von der VAGA entwickelte Qualitätsstandard für die Ausbildung der gewerblichen Aromapraktiker und aller daraus resultierenden VAGA-zertifizierte Ausbildungen, nun die Basis, um den Beruf des gewerblichen Aromapraktikers im reglementierten Gewerbe ausüben zu können. Quasi eine "geschützte" Berufsbezeichnung mit definierten Qualitätsmerkmalen. 
Im reglementierten Gewerbe ist für die Gewerbeanmeldung ein Befähigungsnachweis zwingend erforderlich.

In der Gewerbeordnung (Österreich) (klick) gibt es drei Gewerbearten: das reglementierte Gewerbe (darin finden sich z.B.: Drogisten, Kosmetikhersteller, Tischler, Augenoptiker usw. wieder), das Teilgewerbe (Tätigkeiten des reglementierten Gewerbes, die Befähigung ist auf vereinfachte Art nachzuweisen) und das freie Gewerbe (ohne fachspezifische Anforderungen).

Diese Art und Weise der Anerkennung, des gewerblichen Aromapraktikers, als Beruf
ist ein Novum im deutschsprachigem Raum. Es ist ein wichtiger erster Schritt und schafft zukunftsgerichtet, ein solides und tragfähiges Fundament für einen eigenständigen Aromapraktiker-Beruf.

Seit Jahren sind Aromapraktizierende (Österreich) im freien Gewerbe, Berufsfeld Energetiker, angesiedelt. Hier bietet sich ein Rahmen, das erlangte Wissen in die Praxis umzusetzen.
Im freien Gewerbe ist kein Befähigungnachweis vorgeschrieben.
Einerseits gibt es damit die Möglichkeit aus einer Vielfalt an Ausbildungen wählen zu können, andererseits kann sich damit auch der Bogen der Qualität von kleinen kurzen "Ausbildungen" bis hin zu fundierten und langfristigen Ausbildungen spannen.
Beide Varianten treffen am Ende auf den Verbraucher...

Betrachtet man die rasend schnelle Entwicklung im Bereich der ätherischen Öle bzgl. der wissenschaftlichen Erkenntnisse, ist es mit Sicherheit von großem Vorteil, dass es nun  einen etablierten Beruf des Aromapraktikers gibt. Im Kontext aller zu erwartenden Entwicklungen, kann sich dieser Beruf weiter entwickeln, verwurzeln und damit "am Markt" bleiben.

Ich glaube, als Herr LIM KommR Dr. Veit Nitsche die Neuigkeit verkündete, hat vermutlich noch niemand diese Pionierleistung in ihrem Potential für die Zukunft erfasst aber instinktiv registriert, dass es sich hier um etwas Bedeutendes handelt, denn es gab im Saal spontane StandIng Ovation und lang anhaltenden Applaus.
Ich habe auch erst im Nachhinein so richtig erfasst, welche Möglichkeiten und Türen sich damit für die "Aroma-Welt" öffnen können.
Schön, bei dieser Geburtsstunde dabei gewesen zu sein.

Vielleicht gibt es neben aller Begeisterung im Moment auch Aufregung und "Gegenwind" bzgl. dieses Neuem (kenne es aus eigener Erfahrung - die Aroma"szene" ist so bunt und vielfältig, wie ihre Duftpflanzenlandschaft und jeder hat darin ein anderes, eigenes Lieblingsduft-Interesse).

Die Zeit scheint für diesen Schritt jetzt reif zu sein ... und wie es den Anschein hat, duldet das Universum kein Vakuum ... und schön, wenn jemand die Notwendigkeit erkennt, die Beharrlichkeit und den Mut hat sich auf so eine "Sache" einzulassen. Rückschläge erträgt. Sich immer wieder aufrafft. Nicht aufgibt. Die Vision im Herzen behält, dass ganze sieben Jahre lang, und bereit ist einen langen mühsamen Weg zu gehen, bis zum Ziel. Jeder hätte es tun können aber nur wenige nehmen es tatsächlich auf sich...

Respekt und Hut ab vor dieser Leistung von Ingrid Karner und ihrem VAGA-Vorstandsteam.

Das Gute an diesem Ergebnis ist, es wird nichts weggenommen, Bewährtes bleibt bestehen, aber es ist etwas Neues, Stärkendes, für die existentielle Sicherung der Aromapraktiker hinzugekommen.

Der Ursprung
1992 prägte Eliane Zimmermann den Begriff "AromapraktikerIn" und füllte ihn mit Inhalt und Leben. Ihre ersten Ausbildungen begannen. Es gab ein blaues Ringbuch als Skript dazu. Diese blaue Heft war der Grundstein für ihre später erschienes Standardwerk " Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe: Kursbuch für Ausbildung und Pflege" (nun schon in der 5., aktualisierten Auflage).
Mittlerweile hat sich das Wort "Aromapraktiker" wie ein Pilzgeflecht verbreitet und wie bei den Pilzen gibt es dabei eine große Vielfalt: geniessbare und ungeniessbare, d.h., in einer großen Spannweite an Inhalten und Qualitäten...
Eliane Zimmermann ist die "UrMutter" des nun in Österreich gesetzlich etablierten Berufes "Gewerblicher Aromapraktiker" .
Ihre Freude darüber war in der gelungenen Live-Übertragung nicht zu übersehen.

...kleiner Nachtrag
Wäre mein Projekt etwas "thymianlastiger", sprich Thymian zentrierter, gewesen, dann wer weiß....
Schön zu wissen, dass es wohl einen gewissen Eindruck hinterlassen hat - das Projekt freut sich sehr darüber und ich mich auch (ist wie knapp am "Fünfer" vorbei gerutscht...schmunzel).

Allen, die meinem Projekt und mir die Daumen gedrückt haben, sage ich hier an dieser Stelle von ganzem Herzen Dank.
...und in meinem Projekt war auch noch/schon Melisse, die Pflanze für 2014....

Das mein Favorit in dieser Kategorie, das Thymianprojekt von Mag. Silvia Grabler (klick), den Preis bekommen hat, fand ich toll (klick)
Auch allen anderen Gewinnern und Nominierten meinen herzlichsten Glückwunsch und weiterhin viel Erfolg!


Impressionen














 

Samstag, 4. Mai 2013

Vom Deo-Roller zum AROMA-Massage-ROLLER

Heute früh fragte mein Rücken in einer sehr direkten Art, ob ich mich mal um ihn kümmern könne... Hatte ich eine Wahl? Nein, nicht wirklich.

Also ab zu den ÄÖ und geschaut, was ihm genehm sein könnte. 
Er suchte sich den Lavendel, die Geranie, das Cajeputöl, das Tonkaöl... aus. Dazu das Johanniskrautöl (selbst angesetzt). 
Tja, aber wohin damit..., die vorhandenen Tropfer waren zu fein, es würde ewig dauern, bis eine verstreichbare Menge herauskommt, ohne Tropfer gibt es "Schüttgut" und Kleckerei. Da fiel mein Blick auf einen leeren DEO-Balsam-ROLLER. Wunderbar! 

Gründlich gesäubert, mit Alkohol desinfiziert und schon hatte ich einen optimalen "AROMA-Massage-ROLLER". Sauberes und schnelles Auftragen der Mischung. Als Nebeneffekt: die große Kugel massierte den Bereich, links und rechts, neben der Wirbelsäule gleich mit. Und ausserdem ist der obere Rücken super erreichbar. 

Dieser kleine "AROMA-Massage-ROLLER" kann nun seine Runden drehen, ob er das Knie umkreist oder die Fußknöchel oder den Nacken, er tut richtig gut. 

In den ROLLER passen 50ml und dazu zwischen 10 Tr (1%) bis 25 Tr. (2,5%) ÄÖ. Zum Schluss das Ganze noch beschriften.
Der Roller sollte keinen starken Eigengeruch (vom Deo) haben. Gut eignen sich Naturkosmetik-Deo-Roller. Um die Mischung vor Licht zu schützen, ist es ratsam ihn entweder in eine Hülle zustecken oder im Kosmetiktäschchen bzw. im Schrank aufzubewahren.

Mein Rücken hat meine Aktion wohlwollend zur Kenntnis genommen. 


Sonntag, 28. April 2013

Wo hat die Duftgeranie ihr ätherisches Öl?

Diese Frage stellte sich mir als ich, bei jeder noch so kleinen Berührung der Pflanze, von einem Duft eingehüllt wurde.
Sie hat es in den Blättern, den Stengeln, den Blüten. Selbst in den gelben vertrockneten und  abgefallenen Bättern ist ätherisches Öl sichtbar zu finden, diese Blätter duften noch sehr intensiv.

Überall sieht man kleine feine Drüsenhaare langstielige oder kurzstielige mit einem Drüsenköpfchen. Bei der leichtesten Berührung "brechen" diese auf, d.h., das Häutchen des Köpfchens reißt und die duftenden ätherischen Öle werden freigesetzt. Manchmal, wenn das Licht günstig auf die Köpfchen fiel, "funkelte" es farbig, das Licht brach sich in den Öltröpfchen.
Die Aufnahmen sind mit einem einfachen (Spiel)Mikroskop in 20facher und 80 facher Vergrößerung entstanden.
Blattausschnitt: Drüsenhaare und Drüsenhaare mit Kugelköpfchen

Drüsenhaare und Lichtbrechung an Kugelköpfchen (Blatt)

Drüsenhaare und Kugelköpfchen des frischen Blattstils

Drüsenhaare u.a. des Griffels
Der Stengel des abgefallenen trocken Blattes: Lichtbrechung und ÄÖ
Das welke Blatt mit Drüsenhaaren und Kugelköpfchen

Samstag, 20. April 2013

Geliebte und Ungeliebte - Geranium (Pelargonium graveolens)

... Das riecht ja furchtbar, aufdringlich...nee, nicht mein Ding!

So oder ähnlich, sind öfters die verbalen Reaktionen auf den unbekannten ("blindgerochenen") Duft von Geranium. Die Gesichter verziehen sich erschrocken, belästigt oder angewidert und die Nasen flüchten aus der Duftrichtung. Der Arm, mit dem Duftstreifen in der Hand, wird soooo lang und will dieses "Enfant terrible" ganz schnell wieder los werden...

Seit einigen Jahren beobachte ich dieses Phänomen der geruchlichen Ablehnungen des Geraniumduftes  bei Menschen, die beruflich sehr stark in Kontakt mit anderen Menschen stehen, wie z.B. im pflegendem bzw. betreuendem Wirkungsfeld.
Am Anfang waren es nur zufällige Beobachtungen. Als aber eine gestandene Fachfrau zum Geraniumduft folgendes Bild aufs Papier brachte,

 wollte ich mehr wissen.

Auch diese Bilder gibt es zum Duft des Geraniumöles: fröhlich, lebens- und farbenfroh...
Hier von jungen Menschen am Beginn einer möglichen pflegerischen Laufbahn und mit noch nicht so intensiven Kontaktsequenzen, d.h., mit der Möglichkeit, sich immer wieder aus Situationen zu lösen.


...und etwas "gedämpfter", diese Bilder:



Meine Beobachtungen aus den namenlosen und damit unbekannten Duft-Begegnungen:
  • Die Favoriten sind vorrangig Zitrusöle, die frischen eher zitronigen (weniger die "süßlichen") Noten, aber auch "kräftige Durchatmer", wie z.B. Rosmarin (Cineol), Cajeput usw. kommen gut an. 
  • Der Lavendel ist in der Duftbeliebtheit eher ambivalent. Selbst in Mischungen, "stinkt" er heraus, wenn er "das Duftproblem" ist
  • Bei den Schmeichel-Düften liegen meist Benzoe und Tonka vorn, die Vanille schneidet nicht so gut ab.
  • Die blumigen oder sehr erdigen Düfte lassen die Begeisterung auch eher nicht überschäumen. 

Ausnahmen gibt es natürlich in allen Duftrichtungen, denn die individuelle Wahrnehmung ist die Unbekannte, die Unvorhersehbare und die Unberechenbare in diesen Duftbegegnungen

Damit Aromapflege auch für die Beschäftigten - die Akteure im Pflegeprozeß - olfaktorisch gesundheitsfördernd gelingt, ist die (ihre) Nase, als unterstützender Stimmigkeits-Koeffizient von erheblicher Bedeutung.

Anmerkung: 
Mir ist wichtig, dass meine Beobachtungen nicht als wertende oder festlegende Aussage angesehen bzw. verstanden werden. Es geht mir um ein Duftreaktions-Phänomen, beobachtet in einem bestimmten Kontext und ich möchte anregen zu schauen und zu überprüfen, was an dieser "These" dran sein könnte und welche Möglichkeiten sich daraus ergeben könnten, um unterstützende gesundheitsfördernde Möglichkeiten zu entwickeln. Die Annahme dabei ist, dass die Ablehnung eines Duftes den  Hinweis auf ein bestimmtes individuelles "Stresspotential" in sich trägt. Das hat Relevanz für die Interaktion zwischen Betreuenden und  Betreuten. Beide sind über den Duft und dem durch ihn auslösenden "Gefühltem" verbunden - in der Technik spräche man von einem (geschlossenem) Regelkreissystem...

Über Rückmeldungen, eigener Beobachtungen, würde ich mich sehr freuen.