Donnerstag, 29. November 2012

"eigenSINN" duftet...

...ein schöner und interessanter Abend ist vorüber. Ein kleines feines Publikum fand im Mode-Laden eigenSINN in der Jenaer Wagnergasse bei Marlis Mönnig zusammen. Zwischen extravagantem, femininem, schlichtem und edlem Kleidsamen, zwischen witzigen, farbenfrohen und wunderschönen Accessoires hatten für die Gäste tatsächlich Stühle ihren geordneten Platz gefunden. 
Neugierige Augen schauten... Was kommt da wohl jetzt? Nach einer freundlichen Begrüßung durch Marlis Mönnig, schwiegen die Worte und die Klangschale "sprach" in der Hand von Andrea Kliewer. Der Raum füllte sich mit Klang. An- und abschwellend, kraftvoll und engelsgleich zart. Aus der Klangschale verströmte ein Tröpfchen ätherisches Öl seinen Duft. Ein Moment der Stille, der Sammlung, des Ankommens war entstanden...

...und da ergriff die Wilde Möhre mit ihrem Karottensamenöl ihre Chance, flugs war sie auf dem Duftstreifen und gab sich dem gerochen werden hin! Es war das erste Mal, dass diesem Duft keine Abwehr entgegen trat. Er wurde als dunkel, tief und schwer jedoch ohne Unbehagen, als zentrierend, frisch und hell wahrgenommen. Ich stand schon mit einem Orangenduft bereit, für alle Fälle. Aber nein, wurde nicht gebraucht. 
Weshalb habe ich die kleine Wilde Möhre nicht zurückgehalten? 
Weil es ihre Zeit war. 
Am 23.11. begann ihre Zeit im Duftkreis (n.M.Henglein). Die Zeit in der die Pflanzen sich nach innen ziehen, die Menschen das Bedürfnis haben sich von unnötigen Aussenaktivitäten zurückzuziehen, sich "abschotten". Innenweltschau halten und ernüchternd begreifen, dass das was gewesen ist, der Sommer, die Farbenpracht, die Lichtfülle vorbei sind. Die Dunkelheit nimmt zu; Kerzen tragen das Licht durch diese Zeit, sie bewahren mit ihren warmen Licht Hoffnung. Menschen und Pflanzen sind in dieser Zeit Mutter Erde sehr nahe. Diese Zeit ist geeignet wieder Energie zu sammeln. Man schaut in Richtung neuer möglicher Ziele, erwägt Neuorientierung. Es sind Gedanken-Spiele ohne Handeln, es ist noch nicht die Zeit dafür. Geduld ist gefragt.
Dieses  Phänomen, der Akzeptanz des Karottensamenöls, macht mich neugierig. War es die Zeitqualität oder die Fügung, dass die Gäste im Lebenszyklus die "Neuorientierungszeit" erspürt haben ( fast alle hatten die 50 hinter sich gelassen) oder war es beides...

Als olfaktorischen Gegenpol beschwingte danach die Blutorange die Anwesenden. Dazu erklang ein chinesisches Musikstück, die Augen waren geschlossen und man ließ sich in Orangenhaine entführen.

Es war ein etwas anderer Duftabend. Alle Sinne wurden einbezogen und belohnt. Die Nase entdeckte Neues, die Ohren lauschten, die Hände befühlten, die Augen schauten und auch der Mund bekam seinen Genuß. Die Kombination Duft und Musik sind ein wunderbares Gespann. Es wird, in dieser Form, nicht der letzte Abend gewesen sein...
Ach ja, fast hätte ich es vergessen: Vanila und Chocolati waren natürlich, wie erwartet ein duftendes Traumpaar,  sooo unwiderstehlich... 
Die Vanille läßt mir, seit der Vorbereitung auf diesem Abend, keine Ruhe mehr. Nahm ich doch als gegeben hin, dass die Schoten fermentiert werden das "Öl" daraus extrahiert wird, um "die" Vanille zu bekommen, wir wir sie kennen. Das die Blüten von Menschen-Hand "bestäubt" werden, daß sie sich nur einmal für 24 Std. dafür öffnen, war auch noch bekannt. Das Wie kannte ich nicht. So, daß z.B., die Blüte eine Zwitterblüte ist, die beiden "Geschlechter" durch eine Membran sicher von einander getrennt sind, daß diese Membran mit einem Kaktusstachel o.ä. zerstört wird, das männliche (Staubbeutel) und das weibliche (Fruchtstempel) mit Daumen und Zeigefinger zur Befruchtung zusammen gedrückt werden und als Zeichen der getanen Arbeit der männliche Staubbeutel ausgerißen wird, um ihn zur Abrechnung vorzulegen, und es ca. 8 Monate braucht bis die grünen Schoten ausgereift sind. Die Worte Defloration, Kastration und "Schwangerschaft" gehen durch den Kopf und noch mehr... 

Das möchte ich nicht vorenthalten: Banjo, mein kleiner schwarzfelliger Freund meldete sich demonstrativ beim Duft der Blutorange und verlangte unübersehbar nach diesem Duftstreifen. Ausgiebig geschnüffelt und alles war wieder gut, der Rest ließ ihn kalt.

Es gäbe noch so viel zu berichten, doch jetzt sprechen erst einmal die Bilder.
 
Andrea verwöhnte die Seele mit Klängen...
Im "eigenSINN" duftete es nach Orange, Zimt, Tanne, Vanille, Tonka, Kakao...und Frau Mönnig strahlt (re.o.)
Ein Duftkreis: Cardamom, Tanne, Orange, Vanille, Karottensamen, Nelke, Zimt
Die Wilde Möhre nutze die Gelegenheit und verstreute schnell ihre Samenfrüchte...
Vanille: mit "Diamantenflor" von Vanilin-Kristallen auf der Schote (li.o.) und der Samen im Fruchtmark (re.u.)
Die Tonkabohne (ganz und zermahlen) und eine antiquarische Kostbarkeit - ein "La Balance"


Habe irgendwo einmal gelesen, man solle eine Tonkabohne in die Geldbörse stecken, sie bringe Glück und ziehe mit ihrem Duft das Geld an.
Meine hat sich bei dieser Aktion leider aufgerieben... aber der Duft ist geblieben.

PS: Zur Tonkabohne hat Eliane Zimmermann einen Beitrag (klick hier) auf ihrem Blog eingstellt, der keine weiteren Worte bedarf...
Ein duftes Rezept und u.a. ein Bild von Kakaobohnen sind hier bei Sabrina zu finden.


Mittwoch, 21. November 2012

Der Duft der Liebe oder Schokolade ohne Kalorien

In Vorbereitung auf den "Duft-Abend" im eigenSINN am Freitag, den 23.11.2012 um 19:00 Uhr,


habe ich noch Wissenswertes über die Vanille gesucht. Sie wird an diesem Abend eine Duft-Rolle spielen.
... und das mit Vergnügen, nachdem ich auf eine wunderbare Legende aus Mexiko gestoßen bin.

Die Legende* berichtet, von einem wunderschönem Mädchen namens Vanila und dem Jüngling Chocolati, die in tiefster Liebe verbunden waren. Ein böser alter Zauberer, der in ihrer Nähe wohnte, konnte das Glück der Beiden nicht ertragen. Er war voller Neid und sprach eine Verwünschung aus, die das Glück der Liebenden auf immer und ewig zerstören sollte.
Er verwandelte Vanila in eine Blume und Chocolati in einen Baum.
Jedoch, ihre Liebe zu einander zerstörte selbst dieser böse Zauber nicht. Vanila umschlang ihren Geliebten als Liane und umhüllte ihn. Vanila fing an zauberhafte Blüten hervorzubringen und verströmte aus ihnen den Duft ihrer Liebe. Vanila und Chocolati waren für immer vereint.
Die Menschen, die die Früchte von Vanila und Chocolati pflückten, bereiteten daraus ein Getränk der Liebe. Es ließ Hass und Angst aus den Herzen der Menschen weichen und die Liebe konnte Einkehr halten.
...und deshalb gehört die Vanille in die und zu der Schokolade.

Ich mußte es ausprobieren, war viel zu neugierig geworden...
Habe im Schnellverfahren eine Vanilleschote(bio) in 30ml Mandelöl eingelegt und auf den Heizkörper gestellt. Die Vanilleschote habe ich der Länge nach aufgeschlitzt, damit das Vanillemark mit dem Öl mazerieren kann. Nach bereits drei Tagen war der Duft des Mazerates so "stark", dass es puren Genuß verströmte.
Heute habe ich aus meinen Altbeständen noch einen Kakaoextrakt gefunden und ein Tröpfchen davon auf einem Duftstreifen getan und dazu einen Tropfen Vanillemazerat gegeben.
Umwerfend! Sowas von lecker!
Es brauchte ein gutes Mass an Zurückhaltung, um nicht in den Streifen zu beißen. Ich verrieb es auf dem Handrücken und fiel regelrecht in dieses Schokoladen-Vanille-Feuerwerk. Werde mir daraus ein Körperöl herstellen und vielleicht steigt mein momentaner "Schokoladenhunger", kalorienoptimiert um...
Könnte mir auch gut vorstellen, 1/3 Vanillemazerat mit 2/3 nativen Kokosöl zu mischen und 1 -1,5% Kakaoextrakt dazuzugeben.
Aber VORSICHT - ANKNABBER-GEFAHR!!!

Bin sehr gespannt, wie diese einfache Zauber-Liebes-Mischung am Freitag ankommt.


*hier nacherzählt

Quelle: Die Legende habe ich auf S.153 (hier im Original) im Buch von Stefan Haag "Von Rosenöl und Sandelholz - Liebeskräuter und Elexiere aus aller Welt" (Kosmos-Verlag 2004) gefunden.



Donnerstag, 15. November 2012

Die Wilde Möhre - Teil 7 - Schmuck aus Eis

Aus der Kälte und dem Nebel der Nacht, entstand eine Kollektion für die Wilde Möhre. Bizarr hüllten die Kristalle aus Eis sie ein. Die Modelle standen ihr sehr gut...





Sonntag, 11. November 2012

Sheabutter, einmal kräftig geschüttelt...

Es musste sein, ich konnte nicht widerstehen: solch einfach Herstellungsweise und dann war da noch das Karottensamenöl... - ich habe es probiert und es ist gelungen.
Die Anregung kam vor einigen Tagen, als ich bei Eliane Zimmermann im Blog diese unkomplizierte Herstellung einer Handpflege las. Wie ein gutes Backrezept, man nehme und schüttle es kräftig und fertig ist der Schüttelteig.
Die Basiszutaten ähnlich, wie beschrieben verwendet, bei den ätherischen Ölen habe ich kreativ variiert. Herausgekommen ist  eine Handcreme mit einem Duft, der zum Träumen verführt. Ständig könnte ich an meinen Handrücken schnuppern...mmmhm, es riecht so gut! Und die Haut fühlt sich an, wie mit Samt überzogen, ich könnte mich glatt in meine eigenen Hände verlieben...
Was ist nun drin, in dieser November-Kuschel-Handcreme?
Da sind das ätherische Öl des Karottensamens, des Lavendels, der Geranie, von Rose/Grapefruit, der Immortelle, des Patchouli, der Lemon Myrtle (und als Irrtum die Melisse) zusammengekommen. Der Gesamtanteil der ÄÖ beträgt ca. 1,5%.

Die Sheabutter, als Grundstoff, habe ich unraffiniert verwendet, um das Spektrum ihrer natürlichen pflegenden Wirkstoffen verfügbar zu machen. Bisher hat mich immer der Geruch der unraffinierten Sheabutter gestört, ganz gleich, wie ich es "gemixt" hatte. Nicht so in dieser Variante, es ist nichts störendes übrig geblieben.
Um bereits geschriebenes zur Sheabutter nicht noch einmal "neu erfinden zu müssen", möchte ich auf diesen sehr inhaltsreichen und informativen Artikel verweisen.

Noch ein Wort zum "Irrtum" Melisse. Beim Zusammenstellen der ÄÖ, verwechselte ich die Immortelle mit der Melisse, auf dem ersten Blick sehen sie oberflächlich in ihrer Verpackung ähnlich aus, beim Hinzugeben hätte ich es merken müssen! Da ich aber gar nicht auf die Idee kam, daß es keine Immortelle sein könnte, stutze ich nur kurz und machte weiter (3 Mini-Pipetten-Tröpfchen). Der Kopf hatte entschieden - Irrtum ausgeschlossen! Ich habe etwas gravierendes unterlassen, ich habe die Nase nicht benutzt und das kann echt schief gehen!
Auch beim Arbeiten mit Begeisterung ist Aufmerksamkeit ein guter Begleiter.

Irgendwie passt diese Melisse dazu. Wer weiß, vielleicht möchte sie ihre Kraft über die Hände ins Herz geben...

Mein "Fehlgriff" bekommt allmählich Sinn.
Habe heute (12.11.12), in meinen Seminarunterlagen zur Integralen Osmologie (M.Henglein) etwas gesucht und da bin ich auf das Dream-Team Melisse  und Immortelle gestoßen. Sie sind Joker-Öle! Die Beiden decken große Bereiche ab.
Das Seelenöl Immortelle eingehüllt in den Schutzmantel der Melisse. Wunderbar!

Zum Verwechseln ähnlich...


Zu guter Letzt: es macht Sinn nach dem Eincremen der Hände nicht sofort an die Tastatur des PC o.ä. zu fassen, es gibt glänzend schimmernde Spuren...

So ist sie entstanden meine dufte "November-Kuschel-Handcreme":

Ein Schraubglas mit Deckel und unraffinierter Sheabutter ca.70g
...im Wasserbad geschmolzen.

...und ca.30ml Pflanzenöl dazu gegeben

...Aloe-Vera-Gel und Rosenhydrolat dazugegeben

...und schon mal kräftig geschüttelt. DECKEL FEST VERSCHLIEßEN!!!
...das fast vergessene Immortellenöl
...noch Ränder säubern und beschriften. Fertig!
Eine Gesichtscreme ist (von der Grundmasse) auch noch übrig geblieben, fürs glättende Entfalten. In ihr sind das Karottensamenöl, die Rose, der Lavendel und der Weihrauch, etwas frisches fehlt noch. Ein Tröpfchen Grapefruit vielleicht?

Donnerstag, 1. November 2012

Der Tag, an dem mein Blog ging...

Qualvolle Tage und Stunden, unendliche Telefonate, Mails, verzweifelte Versuche sie wieder zu bekommen, meine Blogs.
Ein unkonzentrierter Klick, ein Fehler und google teilt kurz und bündig mit: Das Konto wurde gelöscht ...und meine Blogs auch. Ratzebutz weg, weger ging es gar nicht!
Es dauerte eine Weile, bis ich es begriff: die sind wirklich raus, ein Jahr "Arbeit" pfutsch! (Natürlich hatte ich die Blogs nicht gesichert!!!)
Rausgeworfen aus der virtuellen Welt, nie existent gewesen, von der Bildfläche verschwunden, im Sinne des Wortes - das war hart! Ein Computer hatte entschieden über mein Weh oder Wohl und mit Computern kann man nicht reden, es erklären, um Schadensbehebung bitten oder irgend etwas, daß Hoffnung auf eine glückliche Wendung machen könnte. Mit Menschen geht das manchmal schon, Computer hingegen kennen nur "0" oder "1", eine Realität, die gruseln kann.

Ohne eine tolle und liebevolle Unterstützung würden diese Zeilen nicht zu lesen sein...  es gab einen Retter-Ritter in der Not.                               

DANKE von ganzem Herzen.

Gelernt habe ich folgendes: 
  • Sichere deinen Blog! (Wie es geht, ist hier zu lesen)
  • Sei achtsam bei dem was du gerade tust, es könnte Folgen haben, ungeahnte
  • ...und das virtuelle Fenster, zum Spielplatz der verlockenden bunten Welt , kann sich sehr plötzlich wieder schließen und "Aus ist die Maus"
  • Gehe lieber öfter mit deinen Freundinnen Kaffee trinken und genußvoll quatschen, denn sie kennen die "0" sowohl als auch die "1"...
Die Erkenntnis, einem Computerprogramm ausgeliefert zu sein, habe ich noch nicht ganz verdaut. Es erinnert mich an den Film: "Matrix".

Aber Ende gut, alles gut, da sind sie wieder, die Beiden.