Freitag, 29. Juni 2012

Der Duft der Wilden Möhre...

Heute mittag fuhr ich durch ein altes Industriegelände und wurde in diesem "unaufgeräumten" Areal reich beschenkt, mit prachtvollen Wildpflanzen.


...und da stand sie, meine Wilde Möhre. Ein Prachtexemplar!


Sie war atemberaubend schön, so hatte ich sie bisher noch nie gefunden bzw. gesehen. Eine wirklich majestätische Pflanze: in der Mitte die Königin und ringsherum die jungfräulichen und tugendhaften Hofdamen. Alle hatten sie noch ihre "Unschulds-Mohrenblüten"...

Doch welch ein betörender Duft. Die opulente Mittelblüte verströmte eine Mischung aus unschuldiger blumiger Süße und einem fordernden aufdringlichen schweren animalisch moschusartigen Liebesduft.
Der freundliche Mann, der hinzukam und wissen wollte was das ist, verzog erschreckt sein Gesicht, als er von diesem Duft "überfallen" wurde. Lassen konnt' er's aber auch nicht. Der Geruch zog an und stieß ab, völlig ambivalent, jedoch faszinierend. Ein sommersonnenwarmer Duft, den man nie wieder vergißt.
Da ich ja schon im vergangenen Jahr die Wilde Möhre beobachtet, überraschte mich diese Intensität des Blütenduftes schon sehr. Die bisherigen Blüten dufteten meist schwach, eher etwas "möhrig" - aber nicht mit dieser hocherotischen Duft-Ausstrahlung.

Der Standort ließ diesem lebendigen Wunder nur einen sehr schmalen Streifen, um ans Licht zu wachsen... Diese Wilde Möhre ist das kräftigste Exemplar (ca. 150 cm), das ich bisher fand (und ich sah viele).
Sie hat sich mit einer Nachtkerze angefreundet - die steht ihr sehr gut.

Überrascht war ich auch, als ich auf den Fotos entdeckte, das die Mohrenblüten jede ihre eigenen Kranz von Hüllblättern haben, so wie die Dolde und ihre Döldchen, d.h., das sie nicht eine, zu irgendeinem Döldchen zugehörige Blüte ist, sondern eine ganz eigenständige Blüte bzw. Dolde ist. Alle Mohrenblüten ragten an dieser Pflanze über die Doldenschirme heraus. Nur die Königin in der Mitte, wölbte ihre Blüte nicht nach außen, sondern bildete eine Schale, ein Becken - dem dieser betörende Duft entströmte. Sie hatte mehrere Mohrenblüten. (Ob der Duft von diesen Mohrenblüten kommt???)

Übrigens die Hofdamen dufteten  zurückhaltender mit einem eher lieblichen süßen Duft, ihm fehlte dieses schwere und betörende.

Also diese heutige Erfahrung mit der Wilden Möhre hat mich schlichtweg umgehauen und alle bisherigen Duftwahrnehmungen in den Schatten gestellt. Das hatte ich nicht erwartet, nicht bei ihr!!!

Ich glaube, ich fahre da noch mal hin...

Die Königin

Die Hofdamen




Donnerstag, 28. Juni 2012

Schaumburger Bildungskongress 2012

Ich möchte gern Informationen/Impressionen von Tina Böhm weitergeben. Sie hatte das Glück, mit ihren Kolleginnen von NATUR HEILT! , am erfolgreichen Schaumburger Bildungskongress 2012 teilzunehmen.

Die gesundheitsfördernde und wertschätzende Kommunikation mit Kindern, Jugendlichen (und auch mit alten Menschen) spielen u.a. dabei eine tragende Rolle. Die individuelle Potentialentwicklung und die Sinnhaftigkeit des Tuns (gleich welchen Alters der Mensch ist), gestalten Leben und Erleben von Gesundheit.
Interessant ist auch der Hinweis von Prof. Dr. Gerald Hüther auf die "Nonnenstudie" im Zusammenhang mit Demenz...

Im Nachgang sind Interviews mit Maria Aarts und Gerald Hüther gelungen.
 Die Interviews werden zum Nachhören sein.

Donnerstag, 14. Juni 2012

Der kleine Wiesenknopf...

Wieder so eine zufällige Pflanzenbekanntschaft. Dieses mal ist es der kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor), der mir über den Weg gelaufen ist.
Es begann damit, dass mich vor einem Jahr jemand fragte, ob das ein Unkraut wäre, es mache sich so breit im Beet. Ich hatte keine Ahnung, fand die Pflanze jedoch sehr schön, zart und kräftig zu gleich und wälzte die Bücher. Vorsichtig habe ich das "Unkraut" dann den kleinen Wiesenk(n)opf  genannt.

Vor kurzem traf  ich dieses Exemplar wieder - in voller Blüte. Es lebte noch! Dieser kleine leuchtend rot-grüne Knopf mußte einfach fotografiert werden. Auf dem Bild kam dann die Überraschung, aus den unteren grünen "Blütenschalen" hingen gelbe Fäden, wie eine Federboa.
Ein Blütenkopf, der alles in sich vereint, purpurrote "Pinselchen" und gelbe Staubfäden... Manche Schönheit entdeckt man erst im Nachhinein.

Da ich unterdessen auch einen kleinen Wiesenknopf in meinem Garten habe, beobachtete ich dieses Wunder. Die weiblichen Blüten waren zuerst da, oben auf dem Blütenkopf. Wenig später erscheinen darunter (etwas mittig) die zwittrigen Blüten mit den weiblichen roten (pinkfarbenen?) Pinselchen und den einzelnen/mehreren gelben männlichen "Staubfäden". Schließlich traten im unteren Teil des Blütenkopfes die männlichen Staubbüschel hervor.
Schon erstaunlich, wie sich auf kleinstem Raum das Weibliche und das Männliche ergänzend zu einem Ganzen fügen kann. Ineinander überfließend, und doch auch jedes für sich... und das auf ca.1cm Durchmesser (bei meinen Blütenköpfen). Vielleicht ist ja dieses miteinander auskommen darauf zurückzuführen, weil dieses faszinierende Geschöpf zu den Rosengewächsen gehört...

Diesmal habe ich mutig ein Blättchen gekostet. Es schmeckte wunderbar und es erinnerte mich an den  Geruch und Geschmack, der ersten grünen Gurken, die es immer Ende März gab. Da wußte man, jetzt ist der Frühling da. Butterschnitten mit Gurkenscheiben sind für mich eine unvergessliche Erinnerung. (Anm.: Grüne Gurken gab es damals (bei uns) noch nicht das ganze Jahr, sondern erst, wenn sie im schützenden Gewächshaus - mit richtiger Erde, herangewachsen waren. Sie schmeckten so herrlich aromatisch - eben richtige grüne Gurken.)

Nachdem ich glaubte, dass ich jetzt wüßte, wie dieser Blütenkopf "funktionierte" ,begegneten mir andere kleine Wiesenknöpfe, die es etwas anders hielten: plötzlich waren die Zwitterblüten ganz oben, die weiblichen Blüten noch geschlossen..., selbst die Farben variierten...manche Pinselchen bekamen "Stielaugen", andere nicht...
Ich gab es auf, es wissen zu müssen und erfreute mich einfach an diesem kleinen vielfältigen Wiesenknöpchen.

Die Wiederbegenung
Die Überraschung - eine "Federboa"

Das Geheimnis ist noch gewahrt...
...es wird sichtbar
Die weiblichen Blüten: purpur/pinke Pinsel
Die weiblichen Blüten (re oben) und die Zwitterblüten (re unten und li)
...es büschelt (männliche Blüten)
...und es ist vollbracht
Regentropfen



...im zartem Rosa

...in der Abendsonne