Donnerstag, 26. April 2012

Info für dufte Riechnasen

Duftimpressionen
  Am 12.- 13.05.12 findet in Konstanz ein sehr interessantes und hochkarätig besetztes Seminar statt:

"Kreativwerkstatt der Düfte"
 mit dem Parfümeur Erich Schmidt

So kompakt sich einzuriechen und von den jahrelangen Erfahrungen von Erich Schmidt zu profitieren, ist eine super Gelegenheit und nicht alltäglich.

Ich werde zukünftig unter "Aktuell" immer wieder einmal Infos zu interessanten Veranstaltungen geben - querbeet.

Dienstag, 24. April 2012

Gepfeffert und Geminzt - das Rätsel

Anlass auf solche Einfälle zu kommen, war meine Neugierde, wie den ein Duftöl und ein Ätherisches Öl getropft aussehen.
Nun kam endlich meine "kostbare" Errungenschaft, ein Duftöl: Pfefferminze, für günstige 0,99 EUR zum Einsatz. Mit an den Start ging ein "teures" Ätherisches Öl: Pfefferminze (Mentha piperita).

Die Kandidaten
Der Lauf ging über vier Etappen:
  1. getropft auf saugfähigem Papier
  2. getropft auf festem Untergrund (Unterteller)
  3. getropft in ca. 45°C heißes Leitungswasser
  4. getropft in ca. 15°C kaltes Leitungswasser
Da ich von dem Ergebnis der ersten beiden Etappen selbst sehr überrascht war, stellte ich dieses Bild als Rätsel ins Netz.

Wo ist das ÄÖ - links oder rechts?
Die Antworten und die logischen Gedanken waren sehr interessant und trieben mich zur Wasservariante...
Dies ist keine wissenschaftliche Studie oder erhebt irgendwelchen Anspruch in diese Richtung (ich sage es mal lieber vorher), sondern es ist eine rein persönliche Beobachtung, in Bildern festgehalten. Mir sind dabei Phänomene begegnet, die ich so bewusst noch nicht wahrgenommen habe ...und jede Menge Fragen aus dem Gesehenen.

Ich fange mit der 2.Etappe (Unterteller) an:

Zeitverlauf von 0 min bis 2 min

Was war zu sehen?
Der linke Tropfen "hält zusammen", er scheint zähflüssiger zu sein und hat damit eine höhere Viskosität.
Der rechte Tropfen ist fließfreudiger, er zerläuft recht schnell, ist dünnflüssiger und von niedriger Viskosität.
Das ÄÖ Pfefferminze wird u.a., als von "wässriger Viskosität"  beschrieben, es darf also zerlaufen und das hat es getan.
Der Tropfen links ist das Duftöl und das "zermatschte" ist das 100% naturreine ÄÖ. So kann Schönheit manchmal täuschen, obwohl wir es besser wissen, neigt etwas in uns dazu, das Ganze, das Schöne und das stabil Geformte zu favoritisieren. Die Augen haben ihren eigenen (Wunsch) Blickwinkel, die Nase hätte die Mogelpackung sofort gemerkt!
Da, durch die fotografische Spiegelung, Gedanken an Wasser (sprich Duftlampe) aufkamen, folgt nun die 3. Etappe.

3. Etappe: getropft in ca.45"C heißes Leitungswasser

Die Schale mit Wasser (ca.45°C)
Verhalten des Ätherischen Öles
Ich tropfte 1Tr. ÄÖ ins Wasser (s. Eintropfstelle). Blitzartig bildete sich eine schillernde Farbfahne mit interessanten (Blatt)Mustern und der Tropfen zog hoch auf Position. Die Farbfahne hatte sich sofort wieder aufgelöst und nun bewegte sich der Tropfen. Er wandelte die Formen und bildete kleine Löcher in dem zusammenhängenden Film des ÄÖ. Insgesamt dauerte dieser gesammte Vorgang ganze 2 Minuten.
Die lipophile Eigenschaft ÄÖ ist deutlich zu erkennen.

Frage: Was ist das für eine Farbfahne, wann tritt sie auf und worauf deutet sie an?

Die Farbfahne mit Mustern
Der Tropfen verändert sich
Veränderung der Form und "Filmlöcher"
Verteilungsbild nach 10 min

Verhalten des Duftöles:
Das Duftöl schlug mit einem kompakten (schweren?) Tropfen in die Wasseroberfläche ein. Explotierte und sprudelte wie eine Brausetablette. Ein völlig anderes Verhalten als bei dem ÄÖ. Es gab keinen Farbfilm. Die kleinen Tröpchen verteilten sich auf der Wasseroberfläche. Nach 2 Minuten bildeten sich plötzlich eine bunte "Galaxie" für maximal eine Minute, danach blieben nur die öligen Fleckchen übrig.
(Ich gab noch 2 Tr. dazu, um die Struktur der Oberfläche besser erkennen zu können.)

Der Tropfeneinschlag und der Sprudel
Verteilung auf der Oberfläche
Es wird auch hier bunt!
Ein galaktisches Muster
Nach 4 min (mit 3Tr. Duftöl)
Frage: Was sprudelt bei dem Duftöl explosionsartig an die Oberfläche und was macht hier bunt?

4. Etappe: getropft in kaltes Leitungswasser (ca.15°C)

Verhalten des ÄÖ
Der Tropfen ÄÖ lief sofort fast über die ganze Oberfläche breit, es bildeten sich Filmlöcher. Die Farbfahne fehlte!
Der Film verwandelte sich immer in neuere Formen und an den Löchern rissen Öllagen ab, um sich an andere Stelle wieder anzuschließen. Das Ganze ging ruhiger von statten als im heißen Wasser.


Das Verteilbild des ÄÖ nach 2 min

Verhalten des Duftöles:
Der Tropfen schlug wieder in die Wasseroberfläche ein, es gab jedoch keinen Sprudel. Es zog sich "strahlenförmig" eine perlende Fahne über die Oberfläche. Winzig kleine Perlen bildeten Konturen auf der Wasseroberfläche.

Tropfeneinschlag und "Sektverteilung"
Ein Netz von feinen Perlen auf der Wasseroberfläche

 1. Etappe: getropft auf saugfähigem Papier

Das Duftöl blieb wieder als Tropfen zusammen, während das ÄÖ sofort vom Papier aufgesaugt wurde.
Zwei Tropfen Duftöl ergaben etwa die Fläche von einem Tropfen ÄÖ.

1Tr. Pfefferminz-Duftöl (links.); 2Tr. Pfefferminz-Duftöl (mitte); 1Tr. ÄÖ Pfefferminze (rechts)
Der Duftöl-Tropfen

Also, geruchstechnisch bin ich erst einmal vom Pfefferminzduft rappelsatt, vorallem vom Duftöl. Werde wohl meine Wohnung auf die Leine zum Lüften hängen müssen, der Geruch hängt hartnäckig drin.

Der Unterschied im Reaktionsverhalten von ÄÖ und von Duftöl, auch in Bezug zur Wassertemperatur, ist eindeutig und interessant.

Freitag, 20. April 2012

Nachdenkliches aus Zugehörtem


Die längst überfällige  Anerkennung und Wertschätzung des  Beschäftigungsfeldes der Altenpflege und ihrer unermüdlichen Akteurinnen und Akteure  durch  Gesellschaft und Politik könnten viel bewegen. 
Es wäre gleichermaßen Respekt und Akzeptanz an das Alter und an die Menschen. 
Das Alter und der/die Alternde sind etwas, das in der Regel, mit 100%iger Sicherheit, jeden von uns lebend ereilt. 
Ganz gleich, wieviel „jung und dynamisch“ im Moment da ist, eines Tages ist es „alt und leistungsgemindert“.

Die beLOHNung von Beschäftigten  an den Bändern der Autohersteller und die derer, die in der Altenpflege tätig sind, spiegelt die gesellschaftliche Wertschätzung  sehr deutlich wieder. 

Wir lieben nun mal Autos, mit denen kann man so richtig aufleben und sich sehen lassen, außerdem sind sie nützlich. Autos herzustellen ist ein Wertschöpfungsprozess, der sich effektiv und gewinnbringend vermarkten lässt.  Autos sind chic und gewollt…

Altenpflege und Autos  fangen beide mit „A“ an, jedoch es liegen Welten dazwischen.

In der einen Arbeitswelt eine gute Bezahlung, geregelte Arbeitszeiten, klare Arbeitsaufgaben und Arbeitsgebiete, Arbeitsbedingungen die arbeits- und gesundheitsschutztechnisch durchgestylt sind, um physische und psychische Belastungen für die Beschäftigten so gering wie möglich zu halten.               
In der Regel saubere und olfaktorisch freundliche Arbeitsbedingungen. 

Die Hände berühren Teile aus Metall, Kunststoff… - unbelebtes und  unbeseeltes  Material...
Gesellschaftliche Anerkennung: Ohh, sie arbeiten bei … am Band und stellen Autos her…?

In der  anderen Arbeitswelt eine bescheidene Entlohnung, flexible Dienstpläne, da Ausfälle sofort kompensiert werden müssen, Multitasting-Arbeitsaufgaben und –gebiete, Arbeitsbedingungen mit hohen physischen und psychischen Belastungen, der „Arbeitsort“ beinhaltet u.a. das Unsaubere,  das olfaktorisch Belastende und das Vergehende. 

Die Hände berühren Menschen mit Befindlichkeiten,  Bedürfnissen und   Gefühlen… lebendiges und beseeltes „Material“, das unter die  Haut gehen kann. 
Gesellschaftliche Irritation: O(!), sie arbeiten in der Altenpflege, das  könnte ich nicht!

…und dabei zeigen uns unsere Nachbarländer, wie es auch gehen kann. … vielleicht nur eine Frage der Einstellung, jedes Einzelnen von uns,  zu Lebenskultur und zum Leben überhaupt?


Eine  Kommunikation und deren  ungewollten Wirkung zu beobachten, konnte lehrreicher nicht sein. 
Das Ziel, die Zuhörer zu gewinnen ihre Vorstellungen  einzubringen, ging dabei so kräftig „in die Hose“. Plötzlich standen sich gegnerische Parteien gegenüber. 
Gelungen war dies durch provozierende „Motivation“, "um sich doch den eigenen Anteil an Situationen mal anzuschauen…"  

Die nachfolgend geänderte  Kommunikation, mit  einer wertschätzenden Annahme, dessen was ist und der dazugehörigen  Menschen, hatte einen verblüffenden Effekt. Plötzlich konnte das „eigene „Eingemachte“ ohne Infragestellung der Personen besprochen werden… 

Sehr aufschlußreich.

Freitag, 6. April 2012

Ostergrüße

Ich wünsche Euch allen ein frohes und buntes Osterfest.



Diese drei rüstigen Profi-Hasen bringen zuverlässig jedes Jahr zum Osterfest die Ostereier u.a.m.
Gemeinsam sind sie mindestens 200 Jahre alt, schon leicht "ramponiert" und von der Zeit gezeichnet, dafür aber sehr routiniert und erfahren.

Charakterköpfe

Wer schaut denn da?
 


Emma bei der Endabnahme

Sonntag, 1. April 2012

Ein "AudioWalk" von Jena-Cospeda zum Napoleonstein

Letze Woche wollten wir Duftveilchen suchen und sammeln. Die Sonne schien, der Himmel war blau, es war ein herrlich warmer Frühlingstag. Nur wurde nichts aus diesem Vorhaben, es kam uns auf unserem Weg etwas dazwischen - ein Museum.

Das "Museum 1806" in Jena-Cospeda

Der freundliche Herr im Museum, gab uns einen genialen Tipp, da er merkte, dass es uns ins Freie zog: wir könnten doch zum Napoleonstein mit dem "AudioWalk" gehen, es würde uns sicher gefallen...

...und das hat es.

Es war ein faszinierender „Hörspaziergang“. Eine Collage aus Klängen, Geräuschen, zeitgenössischen Stimmen  und nachgestellten akustischen Szenen nach historischen Texten und den "Erinnerungen der Luise Seidler".
Luise Seidler erlebte diese denkwürdige Zeit des 14.Oktober 1806, Napoleons Schlacht bei Jena und Auerstedt,  als Zeitzeugin in Jena. Sie war Malerin und von Goethe sehr geschätzt und gefördert.

 Die Technik kurz erklärt, die Kopfhörer auf, den Anweisungen und den Schritten der Sprecherin folgend ging es aus dem Museum, die Treppen hinab bis zum Bordstein. Dort mußte man kurz warten, da eine Gruppe Menschen mit Gesang auf der Straße vorbeikam... Es war so echt, dass ich schaute, ob der Gesang von draußen oder von drinnen aus den Kopfhörern kam. Die Sprecherin bat, '...dem Klang meiner Schritte zu folgen, damit wir zusammen bleiben können...'*
Man hörte ihre Schritte, die akustisch genau mit dem Klang des Untergrundes übereinstimmten, auf dem man gerade selbst ging. Und über diese Schritte sind Alltagsgeräusche (vorbeifahrende Autos, Unterhaltungen usw.) zu hören, eingebettet in das Momentane, dem Wind, die Landschaft, dem Geruch nach Erde und Pferden.

'...meine Schritte aus der Vergangenheit, die sich mit Ihren in der Gegenwart vermischen...'*. 

So lebendig, wie das Schnaufen eines Pferdes, sein Galoppieren, so werden die Geräusche aus der Vergangenheit vor 200 Jahren wahrnehmbar.
...es kann schon geschehen, dass man zur Seite springt, weil plötzlich Pferde im Galopp von hinten immer näher kommen und im Nu sind sie links und rechts vorbei. 
Unglaublich wie genial diese hörbare Zeitreise gemacht ist, ein akustisches Kunsterlebnis. 
... oder salopp gesagt, die 3D-Variante für die Ohren.

Ein Satz blieb mir u.a. im Gedächtnis hängen: '... mit jedem Soldaten, der stirbt, sterben auch seine Nachkommen - Menschen, die vielleicht die Welt geändert hätten...'*

Dieser "Hörspaziergang" dauert ca. 30 min (zurück ca. 15 min), mit einer kleinen Pause auf einer Bank, um der Melodie eines Klavierstückes lauschen zu können.

Angekommen am Napoleonstein schaut man in die Weite, über Jena und das Saaletal - der Gedanke, dass hier vor über 200 Jahren Napoleon gestanden haben soll, braucht Gewöhnungszeit.
Wir nahmen Platz auf der Bank, so wie es uns die mittlerweile vertraute Stimme empfahl. Mein Blick löste sich von der Ferne und schaute auf das Naheliegende. Hier, inmitten vieler Steine lag ein Herz, ein steinernes Herz. Verhärtet im Laufe der Jahre, Schutz gesucht in der Erde und doch sichtbar und erkennbar.  
Wer hat wohl sein Herz am Napoleonstein verloren oder gelassen?

Dieser "AudioWalk" ist ein unvergessliches (Klang)Erlebnis und ein Klanggewebe von Zeitgeschichte. Es berührt und wirkt nach.
Der kanadischen Künstlerin JANET CARDIFF ist etwas gelungen, das '...Orte in uns weiter leben lässt, wenn wir sie verlassen...'* - einfach großartig.

Vielleicht ein Geheimtipp für einen Osterausflug oder was auch immer..., es lohnt sich!

Veilchen haben wir doch noch gefunden, jedoch ohne Duft.

Der Anfang...                                 Die Ausrüstung...                    Der Weg....
Auf dem Weg...
Spuren
Die unbekannte Schlange mit dem gelben Maul...
Der Napoleonstein am Windknollen

Der historische Boden vom 14.Oktober 1806 bei Jena

Das verlorene Herz...

  *Nach meiner Erinnerung an den "Audiowalk"-Text von Janet Cardiff/George Bures Miller



_