Samstag, 31. Dezember 2011

Guten Rutsch und auf ein neues spannendes Jahr!

...und das extra in X-Large

                 Danke, fürs lesende und schreibende Begleiten,
                  möchten Euch die Wilde Möhre und ich sagen

Die wilde Möhre - Teil 6a - Osmologische Erfahrungen - Zwischenspiel -

"Gefrorene" Gefühle und/mit Struktur
Interessant ist, wenn sich  z.B. die Farbe, Worte oder Körperreaktionen bei einem anderem Öl wiederholen. Welche Zusammenhänge bestehen da, welche Information beinhaltet dieser andere Duft, gibt es Verbindungen, gibt es Gemeinsamkeiten, einen Schnittpunkt?  In welchem Kontext steht es zu den Einstiegsölen und Elementen, zur momentanen Situation des Riechenden, seinem Anliegen? Der Verführung zu Eigeninterpretationen gilt es dabei zu widerstehen und das ist auch gut möglich, wenn das Bewerten außen vor bleibt.  Die Wahrnehmung und das Wort des Riechenden ist die momentane Wahrheit, seine Wahrheit  (und ich habe meine Wahrheit, die aber im Augenblick nicht Gegenstand der Aktion ist). Dieser Mensch hat alles Recht der Welt, diesen Duft so wahrzunehmen und zu bewerten, wie er es tut.
Die Reaktionen auf den Duft, beinhalten auch das Potential eines "Instrumentes zur Analyse" der momentanen seelischen, geistigen (z.B. Glaubenssätze) und körperlichen „Beschaffenheit“. So kann z.B. bei einem „Abfahren“ auf Düfte stark „antiinflammatorischer“ ÄÖ, die Frage im Raum stehen, welch (innere) Erhitzung gilt es einzudämmen? Der Hinweis ob dieser „Auffälligkeit“,  einen professionellen Rat einzuholen, kann hilfreich und nützlich sein.
Zur seelischen und geistigen „Duftarbeit“ lassen sich die Duftreaktionen im osmologischen Duftcoaching  für aktuelle Situationen einbeziehen

z.B.: Themenbild mit Duft-"Platzierung"

sowie  in die osmologischen Duftkommunikation zur Persönlichkeits-Bildung und  Persönlichkeits–Entwicklung. Das aktive Beteiligtsein, bringt für den Menschen Autonomie in der  Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis sowie die Freiheit, das „Erfahrene“  zurückzustellen oder bewußt in seine persönliche Entwicklung einfließen zu lassen.  Hier bekommt der Satz von Patrick Süskind (aus: Das Parfüm): "Es gibt eine Überzeugungskraft des Duftes, die stärker ist als Worte, Augenschein, Gefühl und Wille..." eine erlebbare Realität und  "Ein Geruch (sagt) mehr als 1000 Worte...“

Freitag, 30. Dezember 2011

Die wilde Möhre - Teil 6 - Osmologische Erfahrungen



Ehe das Jahr zu Ende geht, möchte ich die wilden Möhre noch einmal  „zu Wort kommen lassen“… ihre osmologische Zeit wäre die Zeit der letzten dunklen Novembertage bis zur Wintersonnenwende gewesen… aber die Zeit war schneller und so sind  nun schon  mehr als zwei Monate vergangen seit dem letzten Wilden-Möhre-Teil. 


Dafür hat sie es unterdessen geschafft, ihre Samenfrüchte  in die Welt zu schicken (einige sind auch "hängengeblieben" im Nest) und ich habe es geschafft nun endlich das Material aller meiner durchgeführten Riechtests zu durchforsten. 
Erstaunlich, dass  irgendwie der Duft des  Karottensamen-Öls umgangen wurde. Trotzdem liegen mir ca. 70 Riechergebnisse zu diesem Duft vor. Bei diesen Ergebnissen handelt sich um „Duftantworten“ einzelner Personen während eines Riechtest. Manchmal wurde dieser Duft „nachgefragt“ in Abständen von  Wochen oder gar Monaten.
Wichtig dabei, der Duft wird „blind“ gerochen, d.h., es ist nicht bekannt welcher Duft sich auf dem Duftstreifen befindet. Damit hat der Kopf Pause und er kann nicht „denken“, was er darüber schon alles gehört, gelesen hat und vor allem, wofür er gut sein soll (denn dann muss ich ihm ja auch unbedingt huldigen). Es geht also, über Perzeption und Kognition und der bewussten "(V)erarbeitung“  unbewusster (erlebbar gemachter) Gefühlsreaktionen.
Zur Unterstützung  werden verschiedene Fragen zum Duft gestellt, z.B.: zur  Intensität, zur hedonischen   Bewertung, zur Farbe, zur Köperwahrnehmung, Bilder, Gefühltem, Gedanken, was fällt dazu ein usw.

Angenommen, dieser Duft hätte eine Farbe, welche könnte es sein, welche würde zu ihm passen?

Wenn dieser Duft im Körper spürbar wäre, wo würde ihr Körper ihn wahrnehmen, was macht er, wie fühlt sich das an (weit, eng, warm, kalt usw.)…


Die Antworten sind oft erstaunlich, für beide Beteiligten… und es gibt immer Antworten, selbst nonverbale, wenn es plötzlich  ungewollt hörbar „aufstößt“, es gähnt, es plötzlich schmerzt, es warm wird, es kribbelt, es „tränt“, es lächelt usw.

Der Geruch des ÄÖ des Karottensamens  wird sehr kontrovers erlebt: von grottenschlecht, eklig, zum K…, bis hin zu: oh, lecker, welch eine Süße…

Hier einige beispielhafte "Bewortete Wahrnehmungen" zum Duft:
…habe Gänsehaut, macht Angst, Druck im Hals, zum Luftanhalten, Farbe schwarz     
…Negatives kommt nach, wenn ich etwas Positives vermute;  Angst vor Kontrollverlust, erinnert an ein altes Verhaltensmuster, das müsste mal“ geputzt“  werden, damit wieder etwas Neues „geht“; pah(!) das (Öl) könnte den Deckel  hochheben …
…stinkt nach süßlichen  Formaldehydgeruch, hat mit Tod zu tun, sticht, geht nur bis zur Kehle, tiefes Atmen ist nicht möglich; (kräftiges wiederholtes Aufstoßen!) Nach einem etwas späteren gewünschten Riechversuch: ...kann ihn einatmen, er wird gerade angenehmer, da kommt Leben rein! Ein angenehmes Kribbeln in den Beinen bis zu den Füßen, ein Gefühl von guter Durchblutung; riecht jetzt süßlich mit etwas säuerlichem, sehr interessant,
…interessant, sehr erdig, streng, Erinnerung an Käfer im Sommer (Kindheit), das ist urerdig – die dunkle Seite, Geruch ist gut zum Chef „quälen“ (Konflikt)
…Farbe schwarzbraun, unangenehm; wird besser und heller, die Nase sagt übel, der Kopf sagt sieht gut aus; fühle es im Gesicht, sehr stark in den  Augen, im Hinterkopf, es wird warm im Gesicht wie Fieber
…ein schweißiger Geruch, zur Geruchsneutralisation beim Kochen, als Abgrenzungsöl vor der Haustür
…warm, stärkend Farbe braun-rot
…interessant, ist heilsam, gibt Geborgenheit und Schutz, fühle ihn bei der Thymusdrüse, leicht, Freude;  Farbe orange
…hellt auf, pure Zitrone, frei und klar; Farbe gelb
…Frühlingswiese, fröhlicher Reigen, als Körperöl  für den Frühling; Farbe gelbgrün
…komischer Geruch, erst nicht so angenehm, denn er fordert auf, sich auf etwas einzulassen; je intensiver man daran riecht, umso mutiger wird man, sich darauf einzulassen;  Farbe von dunkelgelb zu warmen gelb gewechselt

Beispiele zu Duftbeschreibungen:
…wie ein Gewürz, angenehm; wird noch besser, Duft steigt mittig nach ober, geht auch nach unten, richtig zum Reinbeißen, zieht in den Kopf hoch (2x) und macht angenehmes Kribbeln am Scheitelpunkt, sehr gut! Farbe zitroniges gelb (Dame über 80 J.)
…gemüseartig, samtig, Farbe angenehm matt perlmutartig, Duft ist in der Brust spürbar,  ein angenehmer Blick in eine weite Ebene (Savanne)  (Herr über 80 J)
(Beide waren sichtlich erstaunt und angenehm überrascht über diese berührende unbekannte Begegnung mit einem Duft und von ihren eigenen Bildern/ Worten sowie dem  dabei Gefühlten)

…süßlich,  wie eine Creme-Lotion für die Haut, geschmeidig, angenehm auf den Schleimhäuten bis in den Magen, der Duft ist mittig wahrnehmbar, in der Sonne „braten“, Entspannung, viel Licht; Farbe hellorange (Frau 60 J.)
…Duft ist im Bauch spürbar, breitet sich im Gedärm aus, so abgerundet und sehr angenehm; ein Bild von einem blühende Baum, die Blüten sind orange, strahlen Ruhe und Frieden aus (kräftiges Räuspern!); Farbe orange  (Mann 60 J.)

Die Aspekte des ÄÖ des Karottensamens und seiner biochemischen Struktur werden im „Duftbild“ wahrnehmbar und „erkannt“, es scheint eine Verbindung zu geben, die die „Persönlichkeit“ des ÄÖ, wahrnehmen und erleben lässt.

Auffällig waren das mehrfache Nennen/Erleben von:  Hals (Ekel, Kloß, Enge, Grenze), es klärt was, macht neugierig, Augen,  erdig, Luftanhalten,  Mann, schimmlig, faule Eier, Brechreiz,  Husten, Räuspern, Aufstoßen (besonders oft geschehen, manchmal zum Entsetzen der Überraschten), tiefes Gähnen, Spannung löst sich, Speichelfluss, "Fließen" im Genitalbereich, ...                                                                       
sowie die Assoziation zu: Schnaps, Birne, Obstler; Erinnerung an Schnaps; harte Schnäpse...


...die möglichen osmologischen "Erklärungen" folgen...

Samstag, 10. Dezember 2011

Wahrnehmung – zufällige Wahrheit?

Ich habe überlegt, ob dieses Thema hier in diesem Blog  passt und ich denke, es passt.

Vor einiger Zeit erlebte ich eine interessante Situation. Ich war mit Freunden unterwegs. Auf einem kleinen Parkplatz luden wir Dinge aus dem Auto aus und brachten sie  ins Haus. Als ich im Treppenhaus war, hörte ich die Kirchenglocken läuten. Es war abends um 6. 



Das Läuten war schön, laut und dauerte ca. 5 min. Meine Freunde standen noch  auf dem Parkplatz, dieser ist ca. 50 m von der „Läutquelle“,  einer kleinen Kirche, entfernt. Es war stockdunkel und absolut still ringsherum - außer dem Läuten der Kirchenglocken war nichts.

Als wir wieder im Auto saßen, fragte ich: "Habt ihr das gehört?" Ein erstauntes „Was, meinst du?“ war die Antwort. ...“ Na, das Läuten! ... Nein haben wir nicht gehört, aber wenn du es jetzt so sagst, irgend etwas war da…“ Die beiden Freunde waren, zum Zeitpunkt des Läutens, nicht mit einem Gespräch abgelenkt.

Nach diesem Erlebnis frage ich mich, was nehmen wir wirklich wahr, wenn wir von Wahrnehmung sprechen.  Das bewußte Wahnehmen, ist sehr individuell, das unbewußte Wahrnehmen offensichtlich nicht.

Drei Menschen in einer Situation, die für alle „objektive“  reale Elemente enthält: Parkplatz, Kirche, Läuten, Uhrzeit (18:00-18:05), Stille, Dunkelheit … und jeder hat diese Situation anders erlebt und wahrgenommen!

„Die richtige“ Wahrnehmung, ist sie wirklich wahr? ...denn erst das, ins Bewusstsein des Menschen gedrungene, macht für ihn ein Ding wahr oder nicht.
Aus bewusster  Wahrnehmung wird Wahrheit. Der innerpersönliche „Filter“ spielt dabei eine nicht  zu unterschätzende  Rolle.

In der Duftwahrnehmung tritt  dieses Phänomen sehr deutlich  zu Tage und führt manchmal zu Unverständnis, wenn ein „so gutes und hilfreiches ÄÖ“ nicht gemocht wird – es ist sein Duft, der das „Problem“ sein könnte. Wer weiß schon welche Gefühle und Situationen unbewusst in unserem Geruchsgedächtnis gespeichert sind…


PS: Herzlichen Glückwunsch an Sabrina Herber-Schmieden zu ihrem gelungenen neuen ViVere Shop - Rund um die Aromapflege.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Das "alte" und das "neue" Pfefferminzöl...

Meine Pfefferminze (Mentha piperita) 

Pfefferminze (Mentha piperita)

war alle und so kaufte ich mir gestern abend auf dem Nachhauseweg, in der Apotheke (weil ich wußte, dass sie ÄÖ führen) schnell eine neue Flasche.
Kürzlich las ich, im Blog von Eliane Zimmermann, über die "Vedünnungen" von ÄÖ wie u.a.: Thymian thymol, Bohnenkraut, Oregano .. Neugierig geworden, fragte ich die freundliche Apothekerin, ob sie mir erklären könne, weshalb z.B. Thymian thymol verdünnt wird. Sie geriet mit dieser Frage etwas ins "Schwimmen" und das hörte sich etwa so an:'...das Thymianöl (thymol) ist unverdünnt gefährlich und die Firma will deshalb den Verbraucher schützen; ausserdem stellt diese Firma alle ÄÖ auf kosmetische Produkte um und da kann man nicht mit konzentrierten gefährlichen ÄÖ arbeiten...' Ich bedankte mich artig, entdeckte das "Neue" auf meinem Fläschen und ging als glückliche Verbraucherin nach Hause...

Und dies nun war meine Eroberung:

Jeweils links die alte leere Flasche; rechts die Neue

Auf dem ersten Blick war alles wie gehabt, aber dann zeigte sich der kleine feine Unterschied.


Alte Flasche(li.); neue Flasche(re.)

Die alte Pfefferminze (gekauft März 2011) war mit den lieblichen farbenfrohen Symbolen gekennzeicht: "toter Fisch" und "Andreaskreuz". Bestimmungsgemäße Verwendung; Raumbeduftung (Bedarfsgegenstand).

Meine neue Pfefferminze ließ die orangefarbenen Farbpunkte vermissen, denn sie war nun ein Kosmetikum und das hat nun mal keine Farbe. Dafür aber Anwendungs- und Dosierempfehlungen, Auflistung der allergenen Inhaltsstoffe und die geöffnete Cremedose für die Haltbarkeitsdauer.

So hatte "mein" Pfefferminzöl innerhalb eines kurzen Zeitraums eine Transformation erfahren: vom schnöden Bedarfsgegenstand zum Kosmetikum.

Was bedeutet das nun?
Mit dem "Aufstieg" zum Kosmetikum darf es mit der Haut in Berührung kommen, die Aromapflege ist, mit  der Dosierung von 0.5% ÄÖ (hier: Mentha piperita) in Mischung mit einen Pflanzenöl (z.B. Mandelöl), die bestimmungsgemäße (An)Verwendung.
Für "kurzlebige" ÄÖ ist die Haltbarkeitsangabe mit 12 Monaten sicher gut zu händeln, inwieweit "langlebige" ÄÖ auch mit 12 Monaten in Berührung kommen, kann ich im Moment noch nicht sagen.


Sicherheitshinweise für den Bedarfsgegenstand (re); Sicherheitshinweise für das Kosmetikum (re)


Bedarfsgegenstand zur Raumbeduftung


Kennzeichnung nach der KosmetikVO

Eine Überraschung gibt es allerdings: Der lateinische Pflanzenname usw. steht nicht mehr außen auf der Flasche, sondern innen im Rollband.
Da Pfefferminze mein "...ohne gehe ich nicht aus dem Haus" ist, war ich doch enttäuscht, ob seines Geruches, es fehlt die klare, kühle Frische. Es ist eine dumpfe und krautige Komponente dabei, wie nasses Heu bzw. wie feuchter Lavendel, der auf die Destillation wartet. Geschmacklich kam es auch nicht an meinen Raumbedufter heran (natürlich nur an einem Mini-Mini-Tröpfchen gelegt!). Vielleicht liegt dieser spürbare Unterschied auch daran, dass das eine ÄÖ (alt) aus Indien stammte und das neue ÄÖ aus Italien kommt. Boden-, Klimaverhältnisse, Destillations-Know-how usw. sind prägend.
Hatte das Öl blind gekauft, denn ich kenne es ja - denkste. Dazu gelernt! Die Nase ist nicht umsonst im Gesicht!

PS:
Eine Serie über Hydrolate als Adventskalender. Diese sehr schöne Advents-Aktion bietet die Möglichkeit für eine Spende, an einen wenig bekannten, jedoch sehr wichtigen Verein.