Mittwoch, 23. November 2011

Das rote Blatt

wahrnehmung auf dem weg im wald.



es gibt offensichtlich mindestens drei dinge, die etwas braucht, um wahrgenommen zu werden: das "ding" an sich , ein mensch, eine bewegung in raum und zeit.
diese gemeinsame begegnung in einem perfekten moment - lässt geWAHRsein.



das rote blatt leuchtete plötzlich auf und zog meine aufmerksamkeit auf sich. es war ein stahlen, magisch und atemberaubend.
ich hätte dieses blatt, so in seinem sein und seiner existenz, auf meinem weg nie wahrgenommen.
innerhalb weniger minuten war dieses schauspiel vorbei. das blatt hatte sein aufleuchten eingestellt.
alle waren immer noch da: das blatt, das rot, die sonne und ich - nur dieser erstahlende moment, die schnittstelle aller beteiligten, dieser perfekte augenblick der begegnung war nicht mehr da - der leuchtende auslöser, die sonne war "weitergezogen".
wir, das blatt und ich, hatten uns von ihr wegbewegt, in unserem stillstehen.




vielleicht gibt es irgendwann wieder so einen moment, vielleicht auch nicht, vielleicht sind weder dieses blatt noch ich dabei, die sonne wird die selbe sein. ...aber einmal war ich in diesem moment dabei!
etwas aus dieser vergänglichkeit ist geblieben - der DUFT. ein würzig, süßer, klarer duft, er bleibt mit mir aus diesem raum-zeit-moment...erinnernd an das leuchtend rote blatt.

Samstag, 19. November 2011

Riech-Erlebnisse mit Sandelholz (Santalum album)...?

Was riecht da...?

Heute wende ich mich mit einer Bitte an euch.

Wer hat/hatte Riech-Erlebnis-Erfahrung mit Sandelholz?

Ich fasse den Begriff absichtlich weit, denn ich möchte Spielraum lassen für die Dufterfahrung.
Es sind alle Begegnungen willkommen, ob eher unangenehm oder sehr angenehm.

Der Gedanke zur "Streibarkeit" dieses Duftes, geht mir, seit dem Kommentar-Eintrag von
Helga Trost , nicht mehr aus dem Sinn. Diese polarisierte "Begeisterung" für diesen Duft, deckt sich auch mit meinen Erfahrungen.

Ich würde mich freuen, wenn das Sandelholz-Sammelkörbchen gefüllt wird.
Wer möchte kann selbstverständlich auch an meine email-adresse schreiben.

Es geht davon nichts an die Öffentlichkeit, was ihr nicht ausdrücklich erlaubt habt - das ist Ehrensache und selbstverständlich!

Nun bin ich neugierig auf die Sandelholz-Botschaften...

Herzlichst Christine

Mittwoch, 16. November 2011

Das Spiel der Natur an einem Tag im November...

Gestern wechselte die Höhe in die Tiefe und die Tiefe in die Höhe: Nebel und Sonne, Kälte und Wärme - sie hatten alle miteinander getauscht.

So sah es in ca. 300m NN. aus






und so in ca. 700m Höhe:






Der ganze blühende Forsythienstrauch


Ein interessantes Schauspiel innerhalb von drei Stunden...Kontraste!

...und ein mögliches Spiegelbild der 8.Biostrategie: das noch spürbare Lebensfeuer und die Ahnung des Vergänglichen, der Kälte...

Am Montag schaute...


 ich kurz bei der Apfelbäumin vorbei. Sie hat ihre Blätter fast abgeworfen, jedoch sind es immer noch mehr, als bei ihren Gefährtinnen. Die Blüten sind zum Teil vom Frost gebräunt...

Wenn ich mich nicht täusche, so konnte sie es nicht lassen, seit meinem letzten Besuch, neue Blüten nachzuschieben.
Vielleicht erfuhr sie von der Apfelblüte am Bodensee und wollte auch gern so berühmt werden; ... in die Schlagzeilen der Nachrichten kommen; ...auf Youtube angeklickt werden...
Dafür reichte es nicht.
Ich ließ sie wissen, dass auch sie eine kleine feine Fan-Gemeinde hat.

Erstaunlich ist, dass der Raureif sie verschont hat, dabei steht sie doch auf zugiger Höhe.

Frostig...

Geblühtes

Eine neue rosa Blüte zeigt sich

Kleine neue Apfelkinder

Was entwickelt sich hier noch?

Durchblick

Wie der schiefe Turm von Pisa: geneigt aber  fällt nicht...

Samstag, 5. November 2011

Ein "Danke-Schön-Strauß" und dufte Erfahrungen...


Der "Danke-Schön-Strauß" - in guter Gesellschaft

Wieder einmal war es mir vergönnt, die Überzeugungskraft der Düfte mit zu erleben. Es ist tatsächlich so: Ein Geruch "sagt" mehr als 1000 Worte.

So grundlegend wichtig das fachliches Wissen über ÄÖ ist, das Verstehen der Zusammenhänge beim Riechvorgang von Bedeutung sind, so unerlässlich ist das eigene unmittelbare Erleben des Duftes eines ÄÖ's.

Fragen treten dabei in Erscheinung, wie: Was macht dieser "Geruch" mit mir, wie fühlt er sich an und wie sehen die Reaktionen der Anderen aus?
Was, sie mögen ihn nicht, wo ich ihn doch so toll finde... Wer irrt sich hier, ich oder die Anderen?

Die Erkenntnis, dass alle Empfindungen die "reine" Wahrheit sind, dass jeder Recht hat, mit dem wie und was er wahrnimmt - irritiert anfänglich sehr! Besser kann die Unterschiedlichkeit von menschlichen Empfindungen und deren "Realität" zu ein und derselben Sache/Situation nicht demonstriert und erfahren werden.

Oft stellen Personen sich selbst in Frage, wenn sie etwas anderes riechen, wenn sich der Duft von einer ganz anderen Seite ihnen zeigt und sie damit vermeintlich von der "Norm" mit ihrem Dufterleben abweichen. Das es hier nicht um richtig oder falsch geht, das es mit Düften kein  "Falsches"-Urteil geben kann, ist eine sehr nachhaltige Erfahrung und Erkenntnis....und birgt die Chance der Toleranz in sich.

Düfte können mutig machen, die eigene Wahrnehmung auszusprechen und sich zu zeigen, mit dem Risiko:'...auch wenn die Anderen jetzt lachen, ich fühle den Duft im Bauch...'  Es wird gelacht, jedoch interessanterweise nicht ausgelacht. Plötzlich findet ein sich mitteilen statt, ein Öffnen, ein heiterer Austausch - eine Hinwendung fremder Menschen zueinander. Es finden keine Bewertung mehr statt, sondern respektvolles Interesse am Erleben des Anderen. Düfte verbinden und sind Verbündete.
In der verbalen Kommunikation zwischen Menschen geht es oft um Standpunkt-Fixierung. Düfte haben die Fähigkeit uns etwas zu lehren, sie öffnen unseren Wahrnehmungshorizont und zeigen uns, das "Realität" so oder so oder ganz anders sein kann.

Die Atmosphäre im Raum und in der Gruppe hatte sich, durch die Düfte, spürbar verändert. Die Gesichter strahlten, eine heitere Lebendigkeit nahm immer mehr Platz ein. ... und das nur durch einige Duftstreifen mit je einem Tröpfchen ÄÖ.
Es war wunderschön dies anzusehen. Was frau/man einmal selbst erlebt und gespürt hat, lässt sich auch anderen mit Respekt nahe bringen ohne "Zwangs-zu-beglücken". ...denn, ich habe es ja selbst erfahren, was es mit mir machen kann.
Eine Duftspur ist unvergesslich gelegt.

Dieses Duft-kommunikative Phänomen bringt in Gruppen eine Eigendynamik hervor, die es ermöglicht, sich neu kennenzulernen. Vorurteile werden in Frage gestellt, da man durch die Duftreaktionen plötzlich unbekannte, für nicht möglich gehaltene Seiten am Anderen entdeckt und erlebt. Ich glaube es geschied das, was der kleine Prinz (Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz) meinte, als er sagte:„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Der Duft öffnet Herzenstüren für neue Begegnungen.
Und so kann es dann auch geschehen, dass sich Teams, die sich "schnitten" wieder mit einander unterhalten...

Nun noch etwas zum Thema des Anlasses für diesen  "Danke-Schön-Strauß".

Im pflegerischen Alltag, sind ÄÖ wie Perlen in einer Schatzkiste; einmal geöffnet bringen sie Glanz, Kostbarkeit, Reichtum und Freude in jede "Hütte"...


Varianten von Lebens-Spielwiesen

Im Auge behalten und der Nase übergeben....

...und als tragfähige Brücke zwischen den beteiligten Menschen