Samstag, 31. Dezember 2011

Guten Rutsch und auf ein neues spannendes Jahr!

...und das extra in X-Large

                 Danke, fürs lesende und schreibende Begleiten,
                  möchten Euch die Wilde Möhre und ich sagen

Die wilde Möhre - Teil 6a - Osmologische Erfahrungen - Zwischenspiel -

"Gefrorene" Gefühle und/mit Struktur
Interessant ist, wenn sich  z.B. die Farbe, Worte oder Körperreaktionen bei einem anderem Öl wiederholen. Welche Zusammenhänge bestehen da, welche Information beinhaltet dieser andere Duft, gibt es Verbindungen, gibt es Gemeinsamkeiten, einen Schnittpunkt?  In welchem Kontext steht es zu den Einstiegsölen und Elementen, zur momentanen Situation des Riechenden, seinem Anliegen? Der Verführung zu Eigeninterpretationen gilt es dabei zu widerstehen und das ist auch gut möglich, wenn das Bewerten außen vor bleibt.  Die Wahrnehmung und das Wort des Riechenden ist die momentane Wahrheit, seine Wahrheit  (und ich habe meine Wahrheit, die aber im Augenblick nicht Gegenstand der Aktion ist). Dieser Mensch hat alles Recht der Welt, diesen Duft so wahrzunehmen und zu bewerten, wie er es tut.
Die Reaktionen auf den Duft, beinhalten auch das Potential eines "Instrumentes zur Analyse" der momentanen seelischen, geistigen (z.B. Glaubenssätze) und körperlichen „Beschaffenheit“. So kann z.B. bei einem „Abfahren“ auf Düfte stark „antiinflammatorischer“ ÄÖ, die Frage im Raum stehen, welch (innere) Erhitzung gilt es einzudämmen? Der Hinweis ob dieser „Auffälligkeit“,  einen professionellen Rat einzuholen, kann hilfreich und nützlich sein.
Zur seelischen und geistigen „Duftarbeit“ lassen sich die Duftreaktionen im osmologischen Duftcoaching  für aktuelle Situationen einbeziehen

z.B.: Themenbild mit Duft-"Platzierung"

sowie  in die osmologischen Duftkommunikation zur Persönlichkeits-Bildung und  Persönlichkeits–Entwicklung. Das aktive Beteiligtsein, bringt für den Menschen Autonomie in der  Selbsterfahrung und Selbsterkenntnis sowie die Freiheit, das „Erfahrene“  zurückzustellen oder bewußt in seine persönliche Entwicklung einfließen zu lassen.  Hier bekommt der Satz von Patrick Süskind (aus: Das Parfüm): "Es gibt eine Überzeugungskraft des Duftes, die stärker ist als Worte, Augenschein, Gefühl und Wille..." eine erlebbare Realität und  "Ein Geruch (sagt) mehr als 1000 Worte...“

Freitag, 30. Dezember 2011

Die wilde Möhre - Teil 6 - Osmologische Erfahrungen



Ehe das Jahr zu Ende geht, möchte ich die wilden Möhre noch einmal  „zu Wort kommen lassen“… ihre osmologische Zeit wäre die Zeit der letzten dunklen Novembertage bis zur Wintersonnenwende gewesen… aber die Zeit war schneller und so sind  nun schon  mehr als zwei Monate vergangen seit dem letzten Wilden-Möhre-Teil. 


Dafür hat sie es unterdessen geschafft, ihre Samenfrüchte  in die Welt zu schicken (einige sind auch "hängengeblieben" im Nest) und ich habe es geschafft nun endlich das Material aller meiner durchgeführten Riechtests zu durchforsten. 
Erstaunlich, dass  irgendwie der Duft des  Karottensamen-Öls umgangen wurde. Trotzdem liegen mir ca. 70 Riechergebnisse zu diesem Duft vor. Bei diesen Ergebnissen handelt sich um „Duftantworten“ einzelner Personen während eines Riechtest. Manchmal wurde dieser Duft „nachgefragt“ in Abständen von  Wochen oder gar Monaten.
Wichtig dabei, der Duft wird „blind“ gerochen, d.h., es ist nicht bekannt welcher Duft sich auf dem Duftstreifen befindet. Damit hat der Kopf Pause und er kann nicht „denken“, was er darüber schon alles gehört, gelesen hat und vor allem, wofür er gut sein soll (denn dann muss ich ihm ja auch unbedingt huldigen). Es geht also, über Perzeption und Kognition und der bewussten "(V)erarbeitung“  unbewusster (erlebbar gemachter) Gefühlsreaktionen.
Zur Unterstützung  werden verschiedene Fragen zum Duft gestellt, z.B.: zur  Intensität, zur hedonischen   Bewertung, zur Farbe, zur Köperwahrnehmung, Bilder, Gefühltem, Gedanken, was fällt dazu ein usw.

Angenommen, dieser Duft hätte eine Farbe, welche könnte es sein, welche würde zu ihm passen?

Wenn dieser Duft im Körper spürbar wäre, wo würde ihr Körper ihn wahrnehmen, was macht er, wie fühlt sich das an (weit, eng, warm, kalt usw.)…


Die Antworten sind oft erstaunlich, für beide Beteiligten… und es gibt immer Antworten, selbst nonverbale, wenn es plötzlich  ungewollt hörbar „aufstößt“, es gähnt, es plötzlich schmerzt, es warm wird, es kribbelt, es „tränt“, es lächelt usw.

Der Geruch des ÄÖ des Karottensamens  wird sehr kontrovers erlebt: von grottenschlecht, eklig, zum K…, bis hin zu: oh, lecker, welch eine Süße…

Hier einige beispielhafte "Bewortete Wahrnehmungen" zum Duft:
…habe Gänsehaut, macht Angst, Druck im Hals, zum Luftanhalten, Farbe schwarz     
…Negatives kommt nach, wenn ich etwas Positives vermute;  Angst vor Kontrollverlust, erinnert an ein altes Verhaltensmuster, das müsste mal“ geputzt“  werden, damit wieder etwas Neues „geht“; pah(!) das (Öl) könnte den Deckel  hochheben …
…stinkt nach süßlichen  Formaldehydgeruch, hat mit Tod zu tun, sticht, geht nur bis zur Kehle, tiefes Atmen ist nicht möglich; (kräftiges wiederholtes Aufstoßen!) Nach einem etwas späteren gewünschten Riechversuch: ...kann ihn einatmen, er wird gerade angenehmer, da kommt Leben rein! Ein angenehmes Kribbeln in den Beinen bis zu den Füßen, ein Gefühl von guter Durchblutung; riecht jetzt süßlich mit etwas säuerlichem, sehr interessant,
…interessant, sehr erdig, streng, Erinnerung an Käfer im Sommer (Kindheit), das ist urerdig – die dunkle Seite, Geruch ist gut zum Chef „quälen“ (Konflikt)
…Farbe schwarzbraun, unangenehm; wird besser und heller, die Nase sagt übel, der Kopf sagt sieht gut aus; fühle es im Gesicht, sehr stark in den  Augen, im Hinterkopf, es wird warm im Gesicht wie Fieber
…ein schweißiger Geruch, zur Geruchsneutralisation beim Kochen, als Abgrenzungsöl vor der Haustür
…warm, stärkend Farbe braun-rot
…interessant, ist heilsam, gibt Geborgenheit und Schutz, fühle ihn bei der Thymusdrüse, leicht, Freude;  Farbe orange
…hellt auf, pure Zitrone, frei und klar; Farbe gelb
…Frühlingswiese, fröhlicher Reigen, als Körperöl  für den Frühling; Farbe gelbgrün
…komischer Geruch, erst nicht so angenehm, denn er fordert auf, sich auf etwas einzulassen; je intensiver man daran riecht, umso mutiger wird man, sich darauf einzulassen;  Farbe von dunkelgelb zu warmen gelb gewechselt

Beispiele zu Duftbeschreibungen:
…wie ein Gewürz, angenehm; wird noch besser, Duft steigt mittig nach ober, geht auch nach unten, richtig zum Reinbeißen, zieht in den Kopf hoch (2x) und macht angenehmes Kribbeln am Scheitelpunkt, sehr gut! Farbe zitroniges gelb (Dame über 80 J.)
…gemüseartig, samtig, Farbe angenehm matt perlmutartig, Duft ist in der Brust spürbar,  ein angenehmer Blick in eine weite Ebene (Savanne)  (Herr über 80 J)
(Beide waren sichtlich erstaunt und angenehm überrascht über diese berührende unbekannte Begegnung mit einem Duft und von ihren eigenen Bildern/ Worten sowie dem  dabei Gefühlten)

…süßlich,  wie eine Creme-Lotion für die Haut, geschmeidig, angenehm auf den Schleimhäuten bis in den Magen, der Duft ist mittig wahrnehmbar, in der Sonne „braten“, Entspannung, viel Licht; Farbe hellorange (Frau 60 J.)
…Duft ist im Bauch spürbar, breitet sich im Gedärm aus, so abgerundet und sehr angenehm; ein Bild von einem blühende Baum, die Blüten sind orange, strahlen Ruhe und Frieden aus (kräftiges Räuspern!); Farbe orange  (Mann 60 J.)

Die Aspekte des ÄÖ des Karottensamens und seiner biochemischen Struktur werden im „Duftbild“ wahrnehmbar und „erkannt“, es scheint eine Verbindung zu geben, die die „Persönlichkeit“ des ÄÖ, wahrnehmen und erleben lässt.

Auffällig waren das mehrfache Nennen/Erleben von:  Hals (Ekel, Kloß, Enge, Grenze), es klärt was, macht neugierig, Augen,  erdig, Luftanhalten,  Mann, schimmlig, faule Eier, Brechreiz,  Husten, Räuspern, Aufstoßen (besonders oft geschehen, manchmal zum Entsetzen der Überraschten), tiefes Gähnen, Spannung löst sich, Speichelfluss, "Fließen" im Genitalbereich, ...                                                                       
sowie die Assoziation zu: Schnaps, Birne, Obstler; Erinnerung an Schnaps; harte Schnäpse...


...die möglichen osmologischen "Erklärungen" folgen...

Samstag, 10. Dezember 2011

Wahrnehmung – zufällige Wahrheit?

Ich habe überlegt, ob dieses Thema hier in diesem Blog  passt und ich denke, es passt.

Vor einiger Zeit erlebte ich eine interessante Situation. Ich war mit Freunden unterwegs. Auf einem kleinen Parkplatz luden wir Dinge aus dem Auto aus und brachten sie  ins Haus. Als ich im Treppenhaus war, hörte ich die Kirchenglocken läuten. Es war abends um 6. 



Das Läuten war schön, laut und dauerte ca. 5 min. Meine Freunde standen noch  auf dem Parkplatz, dieser ist ca. 50 m von der „Läutquelle“,  einer kleinen Kirche, entfernt. Es war stockdunkel und absolut still ringsherum - außer dem Läuten der Kirchenglocken war nichts.

Als wir wieder im Auto saßen, fragte ich: "Habt ihr das gehört?" Ein erstauntes „Was, meinst du?“ war die Antwort. ...“ Na, das Läuten! ... Nein haben wir nicht gehört, aber wenn du es jetzt so sagst, irgend etwas war da…“ Die beiden Freunde waren, zum Zeitpunkt des Läutens, nicht mit einem Gespräch abgelenkt.

Nach diesem Erlebnis frage ich mich, was nehmen wir wirklich wahr, wenn wir von Wahrnehmung sprechen.  Das bewußte Wahnehmen, ist sehr individuell, das unbewußte Wahrnehmen offensichtlich nicht.

Drei Menschen in einer Situation, die für alle „objektive“  reale Elemente enthält: Parkplatz, Kirche, Läuten, Uhrzeit (18:00-18:05), Stille, Dunkelheit … und jeder hat diese Situation anders erlebt und wahrgenommen!

„Die richtige“ Wahrnehmung, ist sie wirklich wahr? ...denn erst das, ins Bewusstsein des Menschen gedrungene, macht für ihn ein Ding wahr oder nicht.
Aus bewusster  Wahrnehmung wird Wahrheit. Der innerpersönliche „Filter“ spielt dabei eine nicht  zu unterschätzende  Rolle.

In der Duftwahrnehmung tritt  dieses Phänomen sehr deutlich  zu Tage und führt manchmal zu Unverständnis, wenn ein „so gutes und hilfreiches ÄÖ“ nicht gemocht wird – es ist sein Duft, der das „Problem“ sein könnte. Wer weiß schon welche Gefühle und Situationen unbewusst in unserem Geruchsgedächtnis gespeichert sind…


PS: Herzlichen Glückwunsch an Sabrina Herber-Schmieden zu ihrem gelungenen neuen ViVere Shop - Rund um die Aromapflege.

Sonntag, 4. Dezember 2011

Das "alte" und das "neue" Pfefferminzöl...

Meine Pfefferminze (Mentha piperita) 

Pfefferminze (Mentha piperita)

war alle und so kaufte ich mir gestern abend auf dem Nachhauseweg, in der Apotheke (weil ich wußte, dass sie ÄÖ führen) schnell eine neue Flasche.
Kürzlich las ich, im Blog von Eliane Zimmermann, über die "Vedünnungen" von ÄÖ wie u.a.: Thymian thymol, Bohnenkraut, Oregano .. Neugierig geworden, fragte ich die freundliche Apothekerin, ob sie mir erklären könne, weshalb z.B. Thymian thymol verdünnt wird. Sie geriet mit dieser Frage etwas ins "Schwimmen" und das hörte sich etwa so an:'...das Thymianöl (thymol) ist unverdünnt gefährlich und die Firma will deshalb den Verbraucher schützen; ausserdem stellt diese Firma alle ÄÖ auf kosmetische Produkte um und da kann man nicht mit konzentrierten gefährlichen ÄÖ arbeiten...' Ich bedankte mich artig, entdeckte das "Neue" auf meinem Fläschen und ging als glückliche Verbraucherin nach Hause...

Und dies nun war meine Eroberung:

Jeweils links die alte leere Flasche; rechts die Neue

Auf dem ersten Blick war alles wie gehabt, aber dann zeigte sich der kleine feine Unterschied.


Alte Flasche(li.); neue Flasche(re.)

Die alte Pfefferminze (gekauft März 2011) war mit den lieblichen farbenfrohen Symbolen gekennzeicht: "toter Fisch" und "Andreaskreuz". Bestimmungsgemäße Verwendung; Raumbeduftung (Bedarfsgegenstand).

Meine neue Pfefferminze ließ die orangefarbenen Farbpunkte vermissen, denn sie war nun ein Kosmetikum und das hat nun mal keine Farbe. Dafür aber Anwendungs- und Dosierempfehlungen, Auflistung der allergenen Inhaltsstoffe und die geöffnete Cremedose für die Haltbarkeitsdauer.

So hatte "mein" Pfefferminzöl innerhalb eines kurzen Zeitraums eine Transformation erfahren: vom schnöden Bedarfsgegenstand zum Kosmetikum.

Was bedeutet das nun?
Mit dem "Aufstieg" zum Kosmetikum darf es mit der Haut in Berührung kommen, die Aromapflege ist, mit  der Dosierung von 0.5% ÄÖ (hier: Mentha piperita) in Mischung mit einen Pflanzenöl (z.B. Mandelöl), die bestimmungsgemäße (An)Verwendung.
Für "kurzlebige" ÄÖ ist die Haltbarkeitsangabe mit 12 Monaten sicher gut zu händeln, inwieweit "langlebige" ÄÖ auch mit 12 Monaten in Berührung kommen, kann ich im Moment noch nicht sagen.


Sicherheitshinweise für den Bedarfsgegenstand (re); Sicherheitshinweise für das Kosmetikum (re)


Bedarfsgegenstand zur Raumbeduftung


Kennzeichnung nach der KosmetikVO

Eine Überraschung gibt es allerdings: Der lateinische Pflanzenname usw. steht nicht mehr außen auf der Flasche, sondern innen im Rollband.
Da Pfefferminze mein "...ohne gehe ich nicht aus dem Haus" ist, war ich doch enttäuscht, ob seines Geruches, es fehlt die klare, kühle Frische. Es ist eine dumpfe und krautige Komponente dabei, wie nasses Heu bzw. wie feuchter Lavendel, der auf die Destillation wartet. Geschmacklich kam es auch nicht an meinen Raumbedufter heran (natürlich nur an einem Mini-Mini-Tröpfchen gelegt!). Vielleicht liegt dieser spürbare Unterschied auch daran, dass das eine ÄÖ (alt) aus Indien stammte und das neue ÄÖ aus Italien kommt. Boden-, Klimaverhältnisse, Destillations-Know-how usw. sind prägend.
Hatte das Öl blind gekauft, denn ich kenne es ja - denkste. Dazu gelernt! Die Nase ist nicht umsonst im Gesicht!

PS:
Eine Serie über Hydrolate als Adventskalender. Diese sehr schöne Advents-Aktion bietet die Möglichkeit für eine Spende, an einen wenig bekannten, jedoch sehr wichtigen Verein.


Mittwoch, 23. November 2011

Das rote Blatt

wahrnehmung auf dem weg im wald.



es gibt offensichtlich mindestens drei dinge, die etwas braucht, um wahrgenommen zu werden: das "ding" an sich , ein mensch, eine bewegung in raum und zeit.
diese gemeinsame begegnung in einem perfekten moment - lässt geWAHRsein.



das rote blatt leuchtete plötzlich auf und zog meine aufmerksamkeit auf sich. es war ein stahlen, magisch und atemberaubend.
ich hätte dieses blatt, so in seinem sein und seiner existenz, auf meinem weg nie wahrgenommen.
innerhalb weniger minuten war dieses schauspiel vorbei. das blatt hatte sein aufleuchten eingestellt.
alle waren immer noch da: das blatt, das rot, die sonne und ich - nur dieser erstahlende moment, die schnittstelle aller beteiligten, dieser perfekte augenblick der begegnung war nicht mehr da - der leuchtende auslöser, die sonne war "weitergezogen".
wir, das blatt und ich, hatten uns von ihr wegbewegt, in unserem stillstehen.




vielleicht gibt es irgendwann wieder so einen moment, vielleicht auch nicht, vielleicht sind weder dieses blatt noch ich dabei, die sonne wird die selbe sein. ...aber einmal war ich in diesem moment dabei!
etwas aus dieser vergänglichkeit ist geblieben - der DUFT. ein würzig, süßer, klarer duft, er bleibt mit mir aus diesem raum-zeit-moment...erinnernd an das leuchtend rote blatt.

Samstag, 19. November 2011

Riech-Erlebnisse mit Sandelholz (Santalum album)...?

Was riecht da...?

Heute wende ich mich mit einer Bitte an euch.

Wer hat/hatte Riech-Erlebnis-Erfahrung mit Sandelholz?

Ich fasse den Begriff absichtlich weit, denn ich möchte Spielraum lassen für die Dufterfahrung.
Es sind alle Begegnungen willkommen, ob eher unangenehm oder sehr angenehm.

Der Gedanke zur "Streibarkeit" dieses Duftes, geht mir, seit dem Kommentar-Eintrag von
Helga Trost , nicht mehr aus dem Sinn. Diese polarisierte "Begeisterung" für diesen Duft, deckt sich auch mit meinen Erfahrungen.

Ich würde mich freuen, wenn das Sandelholz-Sammelkörbchen gefüllt wird.
Wer möchte kann selbstverständlich auch an meine email-adresse schreiben.

Es geht davon nichts an die Öffentlichkeit, was ihr nicht ausdrücklich erlaubt habt - das ist Ehrensache und selbstverständlich!

Nun bin ich neugierig auf die Sandelholz-Botschaften...

Herzlichst Christine

Mittwoch, 16. November 2011

Das Spiel der Natur an einem Tag im November...

Gestern wechselte die Höhe in die Tiefe und die Tiefe in die Höhe: Nebel und Sonne, Kälte und Wärme - sie hatten alle miteinander getauscht.

So sah es in ca. 300m NN. aus






und so in ca. 700m Höhe:






Der ganze blühende Forsythienstrauch


Ein interessantes Schauspiel innerhalb von drei Stunden...Kontraste!

...und ein mögliches Spiegelbild der 8.Biostrategie: das noch spürbare Lebensfeuer und die Ahnung des Vergänglichen, der Kälte...

Am Montag schaute...


 ich kurz bei der Apfelbäumin vorbei. Sie hat ihre Blätter fast abgeworfen, jedoch sind es immer noch mehr, als bei ihren Gefährtinnen. Die Blüten sind zum Teil vom Frost gebräunt...

Wenn ich mich nicht täusche, so konnte sie es nicht lassen, seit meinem letzten Besuch, neue Blüten nachzuschieben.
Vielleicht erfuhr sie von der Apfelblüte am Bodensee und wollte auch gern so berühmt werden; ... in die Schlagzeilen der Nachrichten kommen; ...auf Youtube angeklickt werden...
Dafür reichte es nicht.
Ich ließ sie wissen, dass auch sie eine kleine feine Fan-Gemeinde hat.

Erstaunlich ist, dass der Raureif sie verschont hat, dabei steht sie doch auf zugiger Höhe.

Frostig...

Geblühtes

Eine neue rosa Blüte zeigt sich

Kleine neue Apfelkinder

Was entwickelt sich hier noch?

Durchblick

Wie der schiefe Turm von Pisa: geneigt aber  fällt nicht...

Samstag, 5. November 2011

Ein "Danke-Schön-Strauß" und dufte Erfahrungen...


Der "Danke-Schön-Strauß" - in guter Gesellschaft

Wieder einmal war es mir vergönnt, die Überzeugungskraft der Düfte mit zu erleben. Es ist tatsächlich so: Ein Geruch "sagt" mehr als 1000 Worte.

So grundlegend wichtig das fachliches Wissen über ÄÖ ist, das Verstehen der Zusammenhänge beim Riechvorgang von Bedeutung sind, so unerlässlich ist das eigene unmittelbare Erleben des Duftes eines ÄÖ's.

Fragen treten dabei in Erscheinung, wie: Was macht dieser "Geruch" mit mir, wie fühlt er sich an und wie sehen die Reaktionen der Anderen aus?
Was, sie mögen ihn nicht, wo ich ihn doch so toll finde... Wer irrt sich hier, ich oder die Anderen?

Die Erkenntnis, dass alle Empfindungen die "reine" Wahrheit sind, dass jeder Recht hat, mit dem wie und was er wahrnimmt - irritiert anfänglich sehr! Besser kann die Unterschiedlichkeit von menschlichen Empfindungen und deren "Realität" zu ein und derselben Sache/Situation nicht demonstriert und erfahren werden.

Oft stellen Personen sich selbst in Frage, wenn sie etwas anderes riechen, wenn sich der Duft von einer ganz anderen Seite ihnen zeigt und sie damit vermeintlich von der "Norm" mit ihrem Dufterleben abweichen. Das es hier nicht um richtig oder falsch geht, das es mit Düften kein  "Falsches"-Urteil geben kann, ist eine sehr nachhaltige Erfahrung und Erkenntnis....und birgt die Chance der Toleranz in sich.

Düfte können mutig machen, die eigene Wahrnehmung auszusprechen und sich zu zeigen, mit dem Risiko:'...auch wenn die Anderen jetzt lachen, ich fühle den Duft im Bauch...'  Es wird gelacht, jedoch interessanterweise nicht ausgelacht. Plötzlich findet ein sich mitteilen statt, ein Öffnen, ein heiterer Austausch - eine Hinwendung fremder Menschen zueinander. Es finden keine Bewertung mehr statt, sondern respektvolles Interesse am Erleben des Anderen. Düfte verbinden und sind Verbündete.
In der verbalen Kommunikation zwischen Menschen geht es oft um Standpunkt-Fixierung. Düfte haben die Fähigkeit uns etwas zu lehren, sie öffnen unseren Wahrnehmungshorizont und zeigen uns, das "Realität" so oder so oder ganz anders sein kann.

Die Atmosphäre im Raum und in der Gruppe hatte sich, durch die Düfte, spürbar verändert. Die Gesichter strahlten, eine heitere Lebendigkeit nahm immer mehr Platz ein. ... und das nur durch einige Duftstreifen mit je einem Tröpfchen ÄÖ.
Es war wunderschön dies anzusehen. Was frau/man einmal selbst erlebt und gespürt hat, lässt sich auch anderen mit Respekt nahe bringen ohne "Zwangs-zu-beglücken". ...denn, ich habe es ja selbst erfahren, was es mit mir machen kann.
Eine Duftspur ist unvergesslich gelegt.

Dieses Duft-kommunikative Phänomen bringt in Gruppen eine Eigendynamik hervor, die es ermöglicht, sich neu kennenzulernen. Vorurteile werden in Frage gestellt, da man durch die Duftreaktionen plötzlich unbekannte, für nicht möglich gehaltene Seiten am Anderen entdeckt und erlebt. Ich glaube es geschied das, was der kleine Prinz (Antoine de Saint-Exupéry: Der kleine Prinz) meinte, als er sagte:„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Der Duft öffnet Herzenstüren für neue Begegnungen.
Und so kann es dann auch geschehen, dass sich Teams, die sich "schnitten" wieder mit einander unterhalten...

Nun noch etwas zum Thema des Anlasses für diesen  "Danke-Schön-Strauß".

Im pflegerischen Alltag, sind ÄÖ wie Perlen in einer Schatzkiste; einmal geöffnet bringen sie Glanz, Kostbarkeit, Reichtum und Freude in jede "Hütte"...


Varianten von Lebens-Spielwiesen

Im Auge behalten und der Nase übergeben....

...und als tragfähige Brücke zwischen den beteiligten Menschen






Montag, 31. Oktober 2011

...und zu Samhain blüht der Apfelbaum immer noch...

Die blühende Apfelbäumin

Heute am 31.10.11, zu Samhain, blüht die alte Apfelbäumin immer noch. Gleichwohl der Frost schon einige Blüten zeichnete, blüht sie unverdrossen weiter.

...und vom Frost gezeichnet
Die Blüte am 17.10.11 (li.) und am 31.10.11 (re.)

Ein kleiner neuer Apfel versucht sich zu behaupten.

Mutiges Früchtchen

Ihren einzigen reifen Apfel fand ich im Gras ... gekennzeichnet vom der Nahrungslust eines Lebewesens.


Bemerkt und angebissen

Ich habe mich entschieden, nun von der Apfelbäumin zu sprechen. In der Mythologie wird der Apfelbaum dem Weiblichen zugeordnet.

Der Apfelbaum mit seinen Früchten steht symbolhaft für Unsterblichkeit, Weisheit, Sinnlichkeit, Liebe, Glück, Reichtum usw. Da wo ein Apfelbaum gut und kräftig wächst, ist auch ein guter und gesunder Platz für den Menschen.
Der Apfelbaum gilt als Verbindung zur Anderswelt und als Schutzbaum auf diesen Reisen - in das Land der Unsterblichkeit. 
Das Land der Apfelbäume, der Ort der Sehnsucht der Könige und Ritter für ihren letzten Aufenthalt, ist der Sage nach AVALON, die Insel hinter den Nebeln...



Apfelbäume, die aus diesem Land herüberreichen in unsere Welt, haben eine besondere Kraft und Magie. Wer weiß, vielleicht kennt die Apfelbäumin dieses Land...

Eingang zur Anderswelt...?

  




Lebens - Spuren


Das Baumgesicht der Apfelbäumin


Donnerstag, 27. Oktober 2011

Herbstliche Wahrnehmungs-Momente

Das Ziel

Die sonne und das blau des himmels lockten mich nach draussen, zu den farben der bäume und sträucher. Aus der ferne leuchtete es rot und da wollte ich hin.   
Auf dem weg dorthin hielt mich die hagebutte fest, verhakte sich in meiner jacke. 
Schau her, meine früchte  sind auch rot und die dort sind orange, was willst du mehr? 
Der weißdorn zeigte mir die seinigen  und die schlehe versuchte es einfach mal mit ihren blauen und fast schwarzen. 
Das auge schaute, die kamera klickte und die nase zog die luft tief ein. Dieser geruch, nach vollbrachtem,  von erdiger süße gemischt mit kühler frische - einfach herrlich, was will die seele mehr. Es ist alles da. Selbst das vom geerntetem, übriggebliebene, liegengebliebene vollendet das bild.

Vorbei am späher, schwirrten plötzlich die ersten schmetterlinge um mich. Ließen sich nieder auf der abgeernteten erde und fanden offensichtlich was sie suchten.
Immer wieder schauend, tief einatmend, den wunderbaren geruch regelrecht einsaugend, ging ich weiter. 

In der luft „tobte“ ein kampf zwischen einem großen vogel, der von einem kleinen wendigen angegriffen wurde. Schnell den sucher darauf  und  auslöser gedrückt ….allerdings, mit einer noch makroeinstellung für schmetterlinge sind vögel sehr schwierig zu erfassen - schade!

Ein schmetterling hatte meine aufmerksamkeit gefesselt, so schön gezeichnet und diese farben – kannte ich noch nicht. Ich näherte mich ihm vorsichtig mit der kamera und schwupps war er weg.  Setzte sich wieder hin und wartete bis ich nahe war und schwupps … das ging einige male so, bis ich anfing mit ihm zu reden: bleib doch mal sitzen, ich möchte dich doch nur ganz nahe fotografieren … plötzlich flog er auf mich zu und …setzte sich auf mein linkes hosenbein und wartete. Na, toll - so nahe! …als ich technisch soweit war , war er, schwupps… weg! Ich hatte das gefühl, er spielte mit mir und trieb seinen schabernack. 
Während ich weiter ging, flog er neben mir her – ich mußte schmunzeln über soviel raffinesse …er begleitete mich bis zu einem apfelplatz.

'Na, da müßte aber auch mal was gemacht werden' – war mein erster  räum-doch-mal-auf-gedanke…
Braune faule äpfel überall. Als ich näher kam, da sah ich das wuselnde leben bei diesen faulen äpfeln. 
Schillernde fliegen, insekten und bunte schmetterlinge machten sich über die äpfel her. …“mein“ schmetterling setzte sich auf einen braunen apfel … und hielt still!

Bis zu diesem zeitpunkt hatte ich mir noch nie gedanken darüber gemacht, wozu braune faule äpfel denn sinnvoll sein könnten. Nun, sie nähren, wenn die blüten verblüht sind. 
Wie es aussah, waren diese äpfel sehr beliebt. Mit sicherheit hat es kein insekt  und keinen schmetterling je interessiert, dass sie sich gerade an äpfeln labten, die geschichte geschrieben haben - die GOETHE  in die ohnmacht trieben und SCHILLER inspiration und erleichterung verschafften.
Mein kleiner freund blieb, ich ging weiter.

Wer wohnt den da? Zwerge, elfen, gnome? Eine kleine höhle, bemoost und wie aus einer anderen welt...tauchte plötzlich im gestrüpp auf.

Einige schritte weiter lag ein geometrisches stück muschelkalk am boden, ich hob es auf und überlies mich dem gedanken, dass ich vielleicht auf einem ehemaligen meeresboden stehen könnte. Ein etwas seltsamer gedanke, wenn das auge über die jetzige weite schweift…

Auf dem rückweg begegnete ich noch der BLAU-VIOLETTEN BLUME (Phacelia tanacetifolia).  alle waren ringsherum schon verblüht, sie jedoch gab alles, an farbe und duft.
Welch ein duft: süß, vanillig, pudrig und unergründlich tief. Faszinierend geheimnisvoll!

Irgendwann tauchte ich aus dieser farben-geruchs-früchte-schmetterlings-zauber-welt wieder auf. 
Es waren drei stunden vergangen – mal  nur für eine halbe stunde, kurz rausgehen, das wollte ich …

Die rote Hagebutte

...die orange Hagebutte
 
Der Weißdorn


Die Schlehe


Das Übriggeblieben...

...das Liegengebliebene


Der Späher

Der 1.Schmetterling


Der Apfelplatz

Mein Freund - der Admiral
....in voller Schönheit


Das Pfauenauge war auch da

Die Höhle

Der Stein

Der Blick

Die BLAU-VIOLETTE BLUME

...am Verblühen - Bienenfreund, Bienenweide  (Phacelia tanacetifolia)
Ach ja, mein Ziel