Donnerstag, 30. Mai 2019

Weißdorn und eine Duftansprache

Eingriffliger Weißdorn (Crataegus monogyna)

... ja klar, es gibt auch Weißdorn, er soll hilfreich bei "Herzgeschichten" sein und hat auch eine alte Tradition in der mythischen, magischen Welt... Weißdorn, der heilige Baum der Kelten (s. hier). Ich habe bisher den Weißdorn eher sachlich zur Kenntnis genommen, seinen Anblick, seine Wirkungsweise, seine Nützlichkeit...So meine magere fast ignorante Beziehung zum Weißdorn. 

... bis vor einer Woche, da ist er mir von einer Seite begegnet, die ich nie für möglich gehalten habe...

Als ich vor Kurzem endlich wieder durch den Botanischen Garten in Kiel (mein Lieblingsgarten) streifen konnte, geschah das "Wunder". Der Himmel grau, in Blüten und Blätter hingen noch die letzten Regentropfen, folgte ich den Weg in Richtung Rhododendron-Hang. 
Plötzlich nahm ich einen unglaublichen Duft in der Luft wahr, quasi ein regelrechtes Duftfeld. 
Eine Mischung aus Jasmin und Flieder. 
Woher dieser Wohlgeruch kam wusste ich nicht. Das Auge erblickte nur 3 verschiedene Bäume/Sträucher in der Nähe. Ich ging meiner Nase nach, um die Quelle zu finden ...und da war sie , ganz eindeutig. Es war ein in voller Blüte stehender Weißdorn. Ich hätte mich reinlegen können. Unglaublich! Ganz sicher habe ich schön öfters vor einem Weißdorn gestanden aber noch NIE seinen Duft wahrgenommen, obwohl dieser göttliche Duft nicht zu "überriechen" ist. 



Seit dieser unerwarteten Begegnung hat sich mein Bezug und meine Wahrnehmung zum Weißdorn völlig verändert. Man könnte sagen mit dieser "Duftansprache" hat er regelrecht mein Herz erobert, sich darin eingebrannt und mit seiner Duftinformation eingeschrieben... balsamisch, liebevoll, heiter und leicht. Es breitete sich ein Glücksgefühl und Staunen in mir aus. Es war Duftkommunikation pur. 
Ein Volltreffer mitten ins Herz und das mit "Nachhaltigkeit"


Die Quelle der Duftfaszination

Donnerstag, 17. Januar 2019

Eine Sketchnote und eine individuelle ÄÖ-Mischung


Ich freue mich, wenn ein Blogartikel es schafft, Impulse und Anregungen zu geben. ...und dazu auch noch eine persönliche Rückmeldung folgt, ist es einfach wundervoll.

Eine kurze Nachricht mit einem Bild, flatterte in mein virtuelles Postfach. Mit den Worten von Halina Koglin:„…ich wollte dich daran teilhaben lassen…“.
Die Überraschung war gelungen. Es war eine Sketchnote[1] über die Erarbeitung einer ÄÖ-Mischung zur individuellen Schmerzlinderung. Ich war begeistert. Auch darüber, dass ich es freundlicherweise hier veröffentlichen darf.

Auszug aus Bild Sketchnotes by Halina Koglin 2019

Wie ich erfuhr, hatte sich eine bestimmte Mischung aus ÄÖ bisher gut bewährt, um wiederkehrende Schmerzen händeln zu können.
Irgendwann jedoch verlor sie ihre olfaktorische Attraktivität und wandelte sich allmählich in Richtung olfaktorischen Stressor. Das ÄÖ der Nelkenknospe hatte einen „Nachgeschmack“ bekommen. Selbst die Schmerzsituation vermochte nicht, diese Mischung noch weiter zu verwenden.

Angeregt durch meinen Blogartikel vom 05.01.2019, entstand die Idee, eine eigene „Schmerzmischung“, unter Einbeziehung der Nase, zu kreieren.

Die Nase hatte ein Mitspracherecht für die neue Mischung bekommen und das nutzte sie sehr gewissenhaft. 
So entschied sie sich, bei ihrer Wahl zwischen Orange und Grapefruit, ganz klar für die Grapefruit. 
Das ÄÖ Muskatellersalbei verließ die Mischung. 
Fenchel süß drängte sich in den Vordergrund, sein Duft begeisterte die Nase enorm. Eigentlich war das Fenchelöl ein „Zufallsgreifer“, gesucht wurde der Tonka-Extrakt, den dieser hatte sich seinen Platz bereits auch in der neuen Mischung gesichert. 
Rosmarin cineol machte Rosmarin verbenon Platz. 
Die Nelkenknospe war nicht mehr dabei. 
Selbst beim Trägeröl entschied die Nase.

Die neuen ÄÖ resultierten aus einer Vorauswahl, mit dem Ziel die Schmerzmischung auch für die Nase wieder wohlgefällig zu machen.
Alle ausgewählten ÄÖ kamen ins Trägeröl und wurden auf die schmerzenden Stellen aufgetragen … Die Schmerzen fühlten sich spürbar weniger an, so dass am nächsten Tag nur noch einmal die Mischung aufgetragen wurde.

Wenn sich eine ÄÖ-Mischung verändert und weniger angenehm riecht, lohnt es sich zu schauen, ob sich vielleicht, ein oder zwei …, „Störenfriede“ in dieser Mischung befinden.

Wie kann das sein, wenn die Mischung nach allen Regeln der Aroma-Kunst eigentlich perfekt ist? 
ÄÖ sind sehr dynamische und potentielle „Mittel“, die im Zusammenspiel mit dem Individuum Mensch interagieren können. 

Beachtet man, dass Düfte Informationsträger sind (und ÄÖ duften nun mal)  konfrontieren sie den Mensch auch mit Informationen, die für das System Mensch einen Reiz darstellen können. Macht dieser Duftreiz informativ Stress, so wird mit Abwehr/Ablehnung reagiert.
Die Entscheidung über Ablehnung oder Annahme liegt beim Empfänger der Duftinformation.

Ein schlichter Satz: "Düfte vermitteln Informationen" aus dem Munde einer Wissenschaftlerin des Max-Planck-Institutes für Chemische Ökologie Jena zu hören, hat sich mir tief eingeprägt und meinen Blickwinkel erweitert.

Welche Informationen könnten in der neuen Mischung enthalten sein?
Da ist die Grapefruit, die z.B., für mehr Leichtigkeit, Entspannung, Lebendigkeit, Beweglichkeit, Freude, Dinge wieder ins „Rollen“ bringen, stehen könnte.
Das Angebot von Fenchel süß könnte sein, angstfrei und „hemmungslos“ miteinander zu kommunizieren, einen vertrauensvollen Selbstausdruck zu finden und zu praktizieren, Gärendes freisetzen und zwar verbal und nicht… und den Mut zu haben, etwas auch auf eine erwärmende Art zu verdauen (ein warmes, entspanntes Gefühl im Bauch), auf körperlicher, seelisch-geistiger Ebene.
Der Rosmarin verbenon gibt das Durchhaltevermögen, die Kraft und die Zuversicht dazu „der erfahrene Krieger“, der weiß, in der Ruhe liegt die Kraft.

Schauen wir auf die pharmakologischen Wirkprinzipien, so fällt auf, dass den ausgewählten ÄÖ (mehr oder weniger) verdauungsförderndes, krampflösendes, ausgleichendes, entspannendes und blähungswidriges Potential eigen sind.
Spannung, Anspannung, Verspannung, die zu Schmerzen führen, könnten mit Hilfe dieser ÄÖ einen Ausgleich finden und damit die mögliche Basis der Schmerzen beeinflussen.
 
Was auch immer im speziellen Fall zu Grunde liegt, ist nicht wirklich wichtig (ausser medizinische Abklärung!), die Nase hat eine hilfreiche Wahl getroffen. 
Diese Wahl beeinflusste das Schmerzempfinden im positiven Sinne.

Diesen Prozess der ÄÖ-Wahl mit einer Sketschnote darzustellen, empfinde ich als eine sehr kreative und eindrucksvolle Variante.

Und hier ist sie, die Sketchnote: entworfen, gestaltet und fotografiert von Halina Koglin, Gesundheitspraktikerin (BfG).

© Bild: Sketchnotes by Halina Koglin 2019

"Und wie kam es zu der bildlichen Darstellung? Ich habe das Sketchnoten für mich entdeckt … und das Thema interessiert mich und da habe ich es gesketcht… „ (H.K.)
 

  Herzlichen Dank, Halina Koglin, für das Teilen deiner inspirierenden Idee.



[1] Sketchnotes ist eine Zusammensetzung aus den engl. Wörtern „sketch“ (Skizzen) und „notes“ (Notizen). Es  sind Notizen, die aus Text, Bild und Strukturen bestehen.

Samstag, 5. Januar 2019

Ein Hilferuf und die Duftantwort - Duftkommunikation und Schmerz


Das Telefon klingelte. Am anderen Ende eine gequälte Stimme: …ich habe solche Schmerzen im Arm, kann nicht mal mehr den kleinen Finger bewegen… Hast du nicht ein ÄÖ, das mir Erleichterung verschaffen kann?“ Meine Rückfrage: Warst du beim Arzt, was sagt er? "Ja, hab eine Spritze bekommen, es wird aber noch nicht wirklich besser. Kannst du mir helfen…?“
Boah! Da war guter Rat teuer. 

Hin und her gerissen zwischen „aromatherapeutischen“ ÄÖ-Check und gesundheitspraktischen Prinzipien. Ich bin doch keine Therapeutin! Was sollte ich tun … wie konnte ich helfen? Schnell solide Aromafachliteratur gewälzt (zur Sicherheit) - welches sind die besten ÄÖ für Schmerzmischungen…

Öle-Köfferchen gepackt, Blaulicht aufs Haupt gesetzt und los ging die Fahrt.
Ich gestehe, ich war voll im biochemisch-pharmakologischen Wirkmechanismus, da war nix von Duftkommunikation zu spüren…

…und ja, es ging ihr wirklich schlecht. Tränen in den Augen, schmerzgequält und mutlos.
Ich hoffte, dass meine ausgewählte Schmerzmischung passt und ihr Erleichterung verschaffen würde. „Dummerweise“ lies ich sie an einigen „Schmerz“ölen riechen (ich kann es halt nicht lassen, zu duftkommunizieren) und erlebte eine unerwartete Überraschung. 

Sie lehnte die ÄÖ vehement ab. Die Schmerzen verstärkten sich sogar noch, so ihr Empfinden. Für mich in ihrem Gesicht und ihrer Körperhaltung ablesbar.
Angewidert wandte sie sich ab …die sind ja eklig, viel zu süß und penetrant! Hast du nicht was frisches, klares, Kräftiges?
Es waren u.a. folgende  ÄÖ: Cajeput, Eukalyptus radiata, Waldkiefer… 

Wer sie kennt, wird sie in der Regel kaum mit süß, eklig, penetrant in Verbindung bringen.
Ich war sprachlos und am Ende mit meinem Schmerzmischungslatein … die vorgesehene „gute“ Mischung konnte ich jedenfalls vergessen. Was bitte ist für jemanden frisch, klar, kräftig? 
Ich ging nicht in ihren Schuhen … ich schaute sie an, folgte meinem Impuls und meiner Überlegung, die sich aus dem Wissen um die Duftinformationen der abgelehnten ÄÖ ableitete. 

Mandarine rot kam in den Sinn. … Volltreffer!


Das Gesicht entspannte sich, sie atmete tief ein und ein Lächeln erschien auf ihrem Gesicht …und dann folgten Worte. Worte, die ein ungewöhnliches Bild malten. Da war ein  großer Krankensaal, voll mit verletzten Soldaten und emsigen Schwestern mit gestärkten Häubchen. Alte Wunden wurden gereinigt, beschädigte Gliedmaßen versorgt… usw. Die Worte sprudelten heraus, die Stimme wurde kraftvoll, vehement und klar wie nach einem anstrengenden aber erfolgreichen Hausputz, bei dem altes Angehäuftes entfernt wurde. 
Dieses Krankensaalbild hatte für mich etwas grusliges, erschreckte mich und ich wollte schon eingreifen, hielt mich jedoch zurück, da ich ihre Kraft spürte und dass ihr dieses Bild gut tat.

Plötzlich wurde es still. Auf meine Frage: Verändert sich etwas? Die Antwort: "Ja, ich bin jetzt in einem anderen Raum (Ich) Ist dieser Raum eher dunkel oder eher hell? Er ist ganz hell, lichtdurchflutet, still, die Fenster reichen bis zum Boden und ich schaue ins Grüne. In der Mitte steht nur ein Bett. Ich liege darin, frische Bettwäsche und eine Schwester, die mir liebevoll über meine Stirn streicht. Ruhe." Ein tiefer entspannter Seufzer folgte…

Was zeigte sich hier eigentlich?

Im Gespräch kam für mich Licht in das Geschehen. Sie sprach davon, dass sie erschöpft war, zu viel gepowert hatte, zu viel wollte, glaubte zu müssen und wohl auf dem besten Weg war, in eine Situation zu geraden, die schon einmal in ein Burnout führte. Die Balance zwischen Aktivität und Entspannung war verlorengegangen. Man könnte fast sagen, der „Wächter ihres Systems“ hat die Notbremse gezogen und sie im Wortsinne handlungsunfähig gemacht.

Schaut man sich die „Schmerzöle“ an, dann fällt auf, dass ihnen ein mehr oder weniger aktivierendes und aufforderndes Potential zu eigen ist.
Die Duftimpulse (Informationen) dieser ÄÖ  sprachen die Vitalität, Durchhaltevermögen, Abgrenzung, Tatkraft und Entscheidungsfähigkeit an. Sie erinnerten daran, Klarheit in die Gedanken zu bringen und einem gesunden aktiven Lebensrhythmus (Atem) zu folgen. Alten „Schleim“, überholte „Glaubenssätze“ loszulassen. Eine, in der momentanen Situation, vermutliche Überforderung.

Der Duft der Mandarine bot Ruhe, Entspannung und die Stärkung der Ich-Kraft auf sanfte Art und Weise an.
Dieser stabilisierende Wohlfühlduft bereitete damit den Weg vor,  um die Duftinformationen der „Schmerz“Öle zulassen zu können..
Die Mandarine, das „kleine (kindliche) Früchtchen“ mit seiner freundlichen schützenden Schale, half die Weichen wieder neu zu stellen …

Die ursprünglich geplante Schmerzmischung wandelte sich in einen Riechstift, mit dem Duft der Mandarine rot. 
Dieser Duft und die eigenen verbalisierten Erkenntnisse aus dem o.g. Duftkommunikationsbild, veränderten das Schmerzempfinden. 
Innerhalb weniger Tage war der Arm wieder bewegungsfähig, dank auch ihres tüchtigen Arztes.

Eine gute ärztliche Betreuung und ein „gesprächiger“ Wohlfühlduft können ein starkes Team sein.


Fazit:
Unser Gehirn macht keinen Unterschied zwischen körperlichen und seelischen Schmerz. Beide sind in gleicher Hirnregion verortet. 
Düfte scheinen jedoch einen Unterschied anzeigen zu können und erweitern damit wunderbar die Möglichkeiten.
Nach meiner Beobachtung, kann  ein, als psychisch-aktiv bekanntes ÄÖ, die Seele völlig in Ruhe lassen, wenn es darum geht einen NOTwendigen „Job“ auf der körperlichen Ebene zu machen. Andererseits können die Duftmoleküle eines sogenannten harmlosen ÄÖ stürmisch an der "Seelen-Tür" rütteln und Aufregung verbreiten...

Wie es scheint, gibt es neben der Weisheit unseres Körpers/unserer Seele auch eine, den ÄÖ innewohnende Weisheit.
Eine Studie kann ich dazu leider nicht präsentieren … nur meine Beobachtung.

Sonntag, 11. November 2018

Duftmarketing: Der olfaktorische Schock ... wenn Winter extravagant nach Rosenseife "duftet"

by Christine Lamontain

Fürs Scrapbooking braucht Frau hin und wieder Materialnachschub. Gesehen, gefallen, bestellt. ...und voller Vorfreude das Päckchen, mit den Wintermotivpapieren, geöffnet...

Boooaaah, was war das?

Der Geruch eines gewöhnlichen "Sommerparfüms" überfiel meine Nase. Irritiert schaute ich mich um, aber da war nichts und niemand dem ich das Prädikat "überdieselt" zuschreiben konnte. Vorsichtig entnahm ich den Inhalt des Päckchens. Das meiste war olfaktorisch o.k., nur etwas "anrüchig"

Montag, 22. Oktober 2018

Kiefern, Fichten und eine Erkenntnis ...für die Duftkommunikation


Das Auto rollte mit angenehmer Reisegeschwindigkeit auf der A7 in Richtung Norden. Ich hatte Zeit mir die vorbeiziehende Landschaft anzuschauen (auf dem Beifahrersitz!). Kiefern, Fichten und Laubbäume wechselten sich ab. Manchmal einzeln und durcheinander und manchmal geordnet in "Abteilungen".

...und plötzlich fielen mir Zapfenschuppen von den Augen!

Wie sehen denn diese Kiefern aus?! Da ist ja jede anders! Das sind doch Individualisten, völlig verschiedenartige "Persönlichkieten"! Da macht doch jede was sie will. Die wachsen ja wie sie wollen, schräg, verbogen, durcheinander, unortodox, wie kleine verspielte Chaoten...