Mittwoch, 14. Februar 2018

DAS Kursbuch zur Aromatherapie von Eliane Zimmermann - Die 6. Auflage

Im deutschsprachigen Raum ist es, seit 20 Jahren, DAS KURSBUCH für viele AromaPraktikerInnen, AromaTherapeuten,  AromaPflegende und AromaInteressierte.

Es enthält die fachlichen Grundlagen für eine qualifizierte Ausbildung im Umgang und Anwendung der ÄÖ.
Es wäre interessant zu wissen, wie viele Aromafachfrauen und -männer schon danach, in Biochemie, im Verinnerlichen der botanischen Namen, der Indikationen und Kontraindikationen, den Dosierungen, des Behaltens "kleiner" Ausnahmen usw. in Ausbildungen und  Prüfungen geschwitzt haben. Es sind wohl Viele, sehr Viele, ob in Deutschland, Österreich, Schweiz ... Vom interessierten Laien, über Altenpflege-, Gesundheits- und Krankenpflegebeschäftigte, ApothekerInnen und Therapeuten (Arzt, Ärztin, HP, Psychologen usw.) wurde dieses Kursbuch schon in den Händen gehalten, mit ihm gearbeitet, nachgeschlagen und nach geeigneten ÄÖ gesucht, die in den jeweiligen Kontext passten...


Endlich ist sie da, die 6. Auflage "Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe - Kursbuch für Ausbildung und Praxis" von Eliane Zimmermann (Haug Verlag). Völlig überarbeitet, aktualisiert, erweitert, wunderbar und übersichtlich gestaltet. Es ist Farbe ins Buch gekommen! Fast zu allen ÄÖ sind charakteristische Fotos dazu gekommen. Farbstreifen an den Seiten erleichtern das Auffinden der einzelnen Kapitel... und dann  sind da die kleinen bunten Tropfen zu jedem ÄÖ, die optisch und einprägsam die wichtigsten (Leit)Inhaltsstoffe sichtbar machen. Will man/frau es genauer wissen folgt der bekannte Kasten zu den Inhaltsstoffen.

In dieser Auflage wird zum ersten Mal etwas über die Herkunft und Bedeutung des jeweiligen botanischen Pflanzennamens vermerkt. In den Namen stecken so interessante Informationen, die auch für die Duftkommunikation eine wichtige Hilfestellung geben.

Sehr bereichernd und unterstützend sind die vielen wissenschaftlichen Arbeiten (zum jeweiligen ÄÖ aufgeführt) und Studien (in Tabellen), die von der Autorin recheriert wurden. Mit diesem "Hintergrundwissen" dürfte es auch den Zweiflern, am wissenschaftlichen Background der ÄÖ, schwerfallen ihre Position zu halten. Es sei denn, sie sind verliebt in das Wort "Esoterik" oder nutzen es als hilfreichen Fluchtpunkt, um ihre Unkenntnis auf dem Sach- und Fachgebiet der ÄÖ zu "händeln"...

Es gäbe noch viel mehr zu diesem Fachbuch zusagen ... eines möchte ich unbedingt noch erwähnen: die mehrseitige Tabelle zu "Inhaltsstoffe und Begriffe in Stichworten". In ihr werden alle Inhaltsstoffe, die jeweilige Gruppenzuordnung und Besonderheit, deren Wirkung bzw. "Nebenwirkung" und deren Vorkommen in ätherischen Ölen  aufgelistet. Eine wunderbare Übersicht!

Der "Anfang" mit 392g (li), das Erste mit 643g (m) und das Sechste mit 1439g (re) oberes Bild
Nach bestandener Prüfung. Am Bahnhof zu Mümling-Grumbach mit Eliane Zimmermann (05.05.1996)

Normalerweise schreibe ich kaum so ausführlich über ein Buch aber mit diesem Buch hat es eine Besonderheit auf sich.
Ganz ungeniert gesagt: wir haben ein "Verhältnis". Seit ca. 23 Jahren.

Wir begegneten uns an einem kalten Nebeltag, im November 1995, in Wiesbaden.
Damals noch frisch, von strahlend blauer Farbe und sehr schlank ... (ich auch). Es war das gebundene Skript zum "Grundkurs in Aromatologie und Aroma-Massage".

Mit 71 Seiten fing alles an ... dazu die Begegnung mit Eliane Zimmermann und ihrer Begeisterung für die ÄÖ. Das brachte mich auf die Duftspur, bis heute.
Unsere "seitiges" Verhältnis erlangte 1998, mit 252 Seiten und in Buchform, eine neue Qualität.
Die Beziehung erneuerte sich immer wieder. Im Jahr 2001 mit 10 Seiten mehr, 2. Auflage. 2006 dann mit der 3. völlig überarbeitete Auflage (331 Seiten); 2008 mit der 4. aktualisierten Auflage (331 Seiten) und 2011 die aktualisierte 5. Auflage (331 Seiten).

Dann endlich der Durchbruch: 632 Seiten, Farbe, Bilder, Studien, eine Menge neuer Ölprofile - die 6. Auflage 2018.

Das Warten hat sich gelohnt. Offensichtlich verliebte sich bereits der Haug-Verlag in dieses Buch, denn er brauchte einige Zeit um es "loszulassen".
Es ist ein wunderbares gehaltvolles Fachbuch. Alles was Fachfrau/Fachmann über ÄÖ wissen sollte/muss ist da drin.


 Danke, Eliane Zimmermann, für all das Wissen, die Mühe, das Durchhalten - Danke für dieses Buch.


(Wer für den Einstieg etwas von der Autorin sucht, dem sei u.a. "Aromatherapie-Die Heilkraft ätherischer Pflanzenöle" empfohlen. Ebenfalls ein echter Eliane-Zimmermann-Klassiker.)

Sonntag, 31. Dezember 2017

Angewandte Duftkommunikation mit Ätherischen Ölen und ein herzliches Danke...

... bevor das Jahr 2017 zu Ende geht möchte ich mich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Duftkommunikation (DuKo) - Seminare, Veranstaltungen und Begegnungen von ganzem Herzen bedanken:
  • für eure Begeisterung
  • für die vielen anregenden Fragen
  • fürs gemeinsame Lachen und Berührtsein
  • für eure Duft-Bilder und Duftgeschichten
  • für neue Entdeckungen und Erfahrungen
  • für eure Neugierde, den ÄÖ auf einem Duftweg zu folgen 
  •  für unsere Begegnungen
  • ...und für vieles andere mehr
Es hat sich so viel Spannendes, Neues und Unerwartetes gezeigt bei dieser Duftarbeit ... ob im Hundsrück (Leisel), Irland (Bantry), Österreich (Graz), Schweiz (Basel), Thüringen (Jena, Gera), im hohen Norden (Kiel)... u.a.


Ätherische Öle haben weit mehr als die bekannten pharmakologischen Wirkprinzipien in petto. Sie bieten über ihre Duftmoleküle einen Dialog zwischen Duftinformationen und Psyche/Seele an. Ohne für alle Wahrnehmungen bzw. "Erscheinungen" eine Erklärung oder einen wissenschaftlichen Beweis liefern zu können, ist eines aus der Erfahrung und Beobachtung sicher ... es funktioniert!
Wer einen wissenschaftlichen Backround sucht findet ihn eher in den Geisteswissenschaften (hier Philosophie/Phänomenologie) oder im sozialwissenschaftlichen Kontext. ...und dennoch  haben biochemische Zusammensetzungen der ÄÖ, Ökologie, Pflanzenfamillien, Gattungen, Gewinnungsverfahren, Duftprofile einen wesentlichen und bedeutenden Einfluß auf die Duftwirkung. Der "Filter" hinter der riechenden Nase entscheidet über die subjektive Duftwahrnehmung und -erfahrung.

Die "Blackbox" hinter der Nase - Basis der subjektiven Duftwahrnehmung
© Christine Lamontain 2017


Ich werde immer wieder gefragt: Wie erkläre ich jemanden was DuKo ist?

Hier eine (offizielle) Antwort dazu:

DuKo ist ein Dialog zwischen Duft und Psyche (manche sagen dazu auch: innere Natur, innere autonomen Kräfte, Lebenskräfte oder Gesundheitskräfte).
Der Duft übernimmt die Funktion einer Brücke zwischen äußerer und innerer Welt. Ihre Nase wird zum olfaktorischen Navigator auf diesem Weg.

Bei dieser (Duft)Arbeit nutze ich u.a. Erkenntnisse aus der Geruchsforschung über die Bedeutung und Fähigkeit unseres Geruchssinnes.
Im Duftdialog können Sie ganz individuelle Erfahrungen mit den Düften der ÄÖ machen. Sie werden  deutlich spüren, welche Düfte eher angenehm und welche Düfte im Moment eher weniger angenehm sind. In diesen Duftbegegnungen können manchmal auch Empfindungen, wie bei einer Berg- und Talfahrt, für Sie wahrnehmbar werden.
Diese Erfahrungen vermitteln Ihnen ein sicheres Gefühl dafür, wie sich etwas für Sie stimmig anfühlt. Ganz gleich, ob Sie sich mehr Gelassenheit, mehr Vitalität oder mehr Klarheit oder was immer für Sie jetzt im Moment wichtig wäre, wünschen.

Mit meinem Wissen über die ÄÖ und deren Duftinformationen, werde ich darauf achten, dass die Duftbegegnungen für Sie zu einer unterstützenden und informativen Erfahrung werden.
Mein Part dabei ist es, Sie wie ein „Lotse“ zu begleiten und gemeinsam mit Ihnen, interessante und neue (lösungsorientierte) Impulse im Sinne ihres Anliegens aufzugreifen.

© Christine Lamontain 2016 aktualisiert u. überarbeitet 11/2017

Ich freue mich auf ein Wiedersehen und auf neue Begegnungen mit allen Duftkommunikation"Fans". In diesem Sinne:

Die besten Wünsche für ein gutes Ankommen im Jahr 2018


Bild: © Christine Lamontain 2017

Dienstag, 26. September 2017

„Riechen und Fühlen“ - Das Buch

...ist endlich da. Im Mai entdeckt und bestellt, gestern geliefert. Ich hatte die Bestellung schon vergessen, umso freudiger die „Überraschung“ und ich bin begeistert.


Endlich ein Buch über das Riechen und Fühlen, das wissenschaftlichen Backround hat und trotzdem genial verständlich ist, Detailfragen zu dem komplexen Systems des Riechens aufgreift und beantwortet (soweit es schon geht) aber auch darauf hinweist wo momentan "der Weisheit letzter Schluss" liegt. Es werden zahlreiche Studien zum Riechen beispielhaft beschrieben sowie eigene praktische Erfahrungen und Erkenntnisse aufgezeigt. Die Funktionsweise unseres Riechsystems wird wunderbar, auch für Laien, nachvollziehbar erläutert. Ich kann sagen, dass sich auch bei mir einige Fragezeichen in AHA-Effekte verwandelt haben.


Es ist den Autorinnen gelungen ein wissenschaftliches Thema „greifbar“ zu gestalten und zu vermitteln. Die jahrelange Erfahrungen der beiden Wissenschaftlerinnen Eva Heuberger (Initiatorin des Buches) und Iris Stappen spiegeln sich in jedem Thema wieder. Sie lassen einen Bezug zur Praxis nicht vermissen.  
Regula Rudolf von Rohr als Praktikerin, rundet mit Fallbeispielen aus der täglichen psychiatrischen Praxis, das Ganze hervorragend ab. Sie erläutert ihr praktiziertes „Basler Modell“, das u.a. von der Integralen Osmologie und des Duftkreises (beides nach Martin Henglein) inspiriert wurde, anhand von Einsatzmöglichkeiten im Kontext therapeutischer Themen. Die Riechreaktionen bekommen dabei ein besonderes Augenmerk.



Mein Fazit:

Ein gelungenes Buch, das eine Lücke in der vorhandenen Literatur zu ÄÖ und über den Geruchsinn schließt.

Dieses Buch ist ein „ must have“ für Interessenten und Akteure der Duftkommunikation, der Aromapflege/Aromatherapie/Psycho-Aromatherapie, quasi für jegliche Arbeit mit ÄÖ.

Die Autorinnen:

Dr. Eva Heuberger
Pharmazeutin, Geruchsforscherin, Vize-Präsidentin von Forum Essenzia e.V.

Dr. Iris Stappen
Pharmazeutin, Forscherin Spezialgebiet „Wirkung von ÄÖ“, Vorstandsmitglied der Österreichischen Gesellschaft für Aromatherapie und Aromapflege (ÖGwA)

Regula Rudolf von Rohr
Aromatherapeutin, Pflegefachfrau für Psychiatrie, Präsidentin von Psych-Aroma, Dozentin

Sonntag, 5. März 2017

Praktische Duftkommunikation: Ein Siegerkranz aus Lorbeer-Duft...

"Findet heraus welcher Duft (ÄÖ) euch bei eurem momentanen Anliegen am besten unterstützen würde", so lautete der Auftrag für eine praktische Gruppenübung zum Duftgespräch®.
Duftstreifen wurden gereicht (und "blind" gerochen), gefragt, beobachtet, wahrgenommen, nachgefragt... Die Düfte zeigten sich von ihrer besten Seite und fügten sich erstaunlich gut zum Anliegen ein. Nase und Mensch waren mit den Ergebnissen sehr zufrieden.

Eine Teilnehmerin etwas weniger. Sie fand ihre Düfte ganz nett aber da fehlte etwas... Ihr Anliegen war sehr konkret : "Etwas Stärkendes für ein wichtiges Vorstellungsgespräch"...
Der Erfolg dieses Vorstellungsgesprächs war ihr außerordentlich wichtig, denn sie wollte diesen Job unbedingt. Eine Anzahl von "zurückgegebenen" Bewerbungen, in der Vergangenheit, hatten Spuren hinterlassen. Die Angst meldetet sich, dass es wieder nichts werden könnte. ...aber da war dieser Job, dieser Traumjob...

Die "ganz netten" Düfte und die "Duftwahrnehmungen":

  • der ROSMARIN: er hat wach gemacht und ein Gefühle wie: Los jetzt, jetzt geht`s los, du hast die Energie...  
  • die ORANGE: sie hat froh gemacht, optimistisch und gute Laune (die Zitrone war zu "frisch") 
  • die ROSE: hat mich mehr in meine Mitte gebracht. Ich habe mich gefühlt wie: Egal was kommt, du bist in deinem innersten Kern richtig, gut und unantastbar. Zart und stark zugleich
  • die KAMILLE röm.: da war ein Gefühl, wie wenn eine liebende und tröstende Mutter bei Schmerzen diese "weg pustet" und sanft darüber streichelt und einen in den Arm nimmt...

Im Nachgespräch
zu dieser Übung nahm ich wahr, dass sich die Teilnehmerin mit dem Ergebnis zwar so halb arrangiert hatte, aber ihre Körperhaltung, ihr Blick und ihre Art zu sprechen zeigten deutlich: das ist nicht der stärkende"Treffer".
Ein Ausdruck von Mut, Zuversicht und Selbstvertrauen (wie gewünscht) waren nicht wirklich spürbar...
Ich griff zum Lorbeeröl und reichte ihr wortlos den Duftstreifen... und da war er plötzlich, dieser ganz besondere Ausdruck, wenn das Gesicht "aufgeht" wie eine Sonne, die Augen funkeln wie Sterne und der Körper sich in seiner erhabensten und schönsten Größe zeigt. Dieser Moment braucht keine weiteren Erklärungen. Es ist unübersehbar, wenn es „passt“.

Ihr Bericht dazu:
C. gab mir einen Duftstreifen mit Lorbeer (ich wusste nicht, welcher Duft das war). Die ganze Gruppe lachte, denn meine Haltung veränderte sich schlagartig. Ich saß auf einem Mal kerzengerade und hatte ein breites Grinsen im Gesicht. Ich fühlte mich mit einem Mal sehr siegessicher. Wir testeten noch zwei Öle dazu – Rosmarin cineol und Zitrone.
Auf ein Pad bekam ich etwas Lorbeer mit.
Mir fiel mir ein – ich hatte ja einen Lorbeerstrauch im Keller!
Wieder zu Hause bin ich zuerst in den Keller zu meinen Lorbeerbaum gegangen und hab mir Blätter für einen Tee geholt und zum anderen ein Blatt zum Räuchern.
Vor dem Schlafen gehen noch mal kurz am Pad gerochen… es ging mir richtig gut! Etwas müde, aber entspannt und das Gedankenkarussell war auf einmal ruhig. Ich fühlte mich innerlich klar - und siegessicher!
Am nächsten Tag habe ich noch etwas Rosmarin cineol und (anstatt der Zitrone) Orange dazu gegeben und den Pad mit ins Auto genommen, während ich unterwegs war. Ich fühlte mich hochmotiviert, beflügelt, siegessicher und super gut drauf, wenn ich an das Bewerbungsgespräch am Tag darauf dachte. Die Düfte habe ich mit ans Bett genommen.
Am Tag des Vorstellungsgespräches konnte ich meinen „Vorstellungsduft“ auf einmal nicht mehr riechen (er war weg!) - es war einfach genug. Ich war zwar etwas aufgeregt, aber meine Gedanken waren klar, ich fühlte mich sehr sicher und selbstbewusst. Das Gespräch war klasse! Es war eine tolle Stimmung.
Dann hieß es noch einmal einige Tage zu warten. Ich wurde sehr nervös und wollte ruhiger werden und nachts besser schlafen. Ich testete und mochte die Rose und Kamille römisch... Also nahm ich die Rose (bulgarische) und die römischen Kamille mit ins Bett und konnte relativ gut schlafen. Am nächsten Morgen war ich zwar noch etwas nervös aber die Angst war verflogen und ich fühlte mich wieder mehr im Gleichgewicht.
 
...und: Ich habe meinen Traumjob bekommen!

Über den Lorbeer:

 Bildquelle: Eliane Zimmermann 

Die botanische Bezeichnung für Lorbeer besteht aus zwei erhabenen Worten, die geschmeidig über die Zunge fließen - Laurus nobilis: laurus – „loben“ und nobilis – „edel“
Keine andere Pflanze wurde zu so vielfältigen Symbolen genutzt, wie der Lorbeer.
Er steht als Zeichen und Sinnbild u.a. für folgendes:
  • Zeichen des Triumphes und Sieges
  • Zeichen der Ruhe und des Friedens
  • Zeichen des Wohlstandes und des Glücks
  • Symbol der Ehre und des Ruhmes
  • Sinnbild für Vision, Inspiration, Klarheit und geistige Anregung
  • Sinnbild für Selbstachtung und Selbstbewusstsein
  • Sinnbild der unbefleckten Jugend und der Wahrheit (Daphne als das keusche fliehende Mädchen; die Wahrsagungen von Delphi; „mantikos“- das Hellseherkraut)
  • Sinnbild der Sicherheit sowie der Freiheit
  • Sinnbild für Langlebigkeit bzw. Unsterblichkeit (immergrün)
  • Sinnbild für Heilkräfte und Reinigung
  • Blitzschutz“ - Tiberius bedeckte seinen Kopf bei Gewitter mit einem Lorbeerkranz, da es hieß, der Lorbeerbaum würde nie von einem Blitz getroffen
  • litterae laureatae – mit Lorbeerzweigen umwickelte Briefe die Siegesnachrichten überbrachtender Lorbeer-Brief


Aus der Mythologie:
Apollo, der Gott des Lichtes (Sonne), der schönen Künste, der Heilkunst und der Weissagungen, verliebte sich in Daphne, die schöne Bergnymphe. Er umwarb sie leidenschaftlich, doch sie wehrte sich gegen seine Verführungskünste und floh. In ihrer höchsten Not kam ihr Gaia, die Erdgöttin, zu Hilfe und verwandelte sie in einen Lorbeerbaum. Apollo trug seitdem zum Andenken an Daphne den Lorbeerkranz. Die Griechen nennen den Lorbeer auch „daphne“.

In einer anderen Version, spielte Eros eine schicksalhafte Rolle. Er verschoss zwei Pfeile, einen dessen Spitze mit Gold verziert war. Dieser traf Apollo, er verliebte sich unsterblich. Die Spitze des anderen Pfeils war mit Blei überzogen und bewirkte die Ablehnung der Leidenschaft. Dieser traf Daphne, sie floh und rief um Hilfe. Schuld an diesem ganzen Dilemma war Apollo selbst, er hatte Eros als schlechten Schützen verspottet und das war dessen Rache.

Meine erste Begegnung
...mit dem Duft des Lorbeers vor vielen Jahren, war ein Desaster. Ich reklamierte das ÄÖ, da es ja nicht in Ordnung sein konnte und möglicherweise schlecht war… nur so ließe sich die hervorgerufene Wirkung erklären: mir war übel geworden, ich erlebte ein Schwindelgefühl, verspürte eine starke Abwehr dem Duft gegenüber und war völlig erschlagen von der Wucht dieses Duftes. Das ÄÖ konnte nur schlecht sein … besser wusste ich es damals noch nicht...(schmunzel)

Das Potential des Lorbeeröls (Auswahl)



kursive Schrift: eigene Schilderung der Teilnehmerin
Herzlichen Dank an die Teilnehmerin dafür.

Mittwoch, 21. Dezember 2016

Douglasie, die Schöne aus der Fremde...

Irgendwie passt sie zur Weihnachtsgeschichte, die Douglasie.

Die Douglasie, eine in manchen Bundesländern unerwünschte „Person“... Eine, die nicht hierher gehört, die einheimische Pflanzen unterdrücken könnte... Eine die nicht gefördert werden darf... Eine die gefällt werden muss... Eine von der der heimische deutsche Wald befreit werden muss…

...und der Bezug zur Weihnachtsgeschichte?
Die Menschen in der Weihnachtsgeschichte, Maria und Josef, kamen von weit her und waren in der Fremde ebenso wenig willkommen. Argwohn und Ausgrenzung begegneten ihnen… Ihr Schicksal wiederholt sich... manchmal sogar bei Douglasien. Die Douglasie ein Neophyt! Auch sie kommt aus der Fremde...

Allerdings gibt es auch Bundesländer, die den Wert der Douglasie erkannt haben und sie waldbaulich gut integrieren. Die Douglasie ist schnell wachsend, hat ein qualitativ wertvolles Holz, ist gut verwurzelt (herzförmiges Wurzelsystem) und sturmfest.

Die Douglasie war, vor der letzten Eiszeit, hier bereits schon einmal heimisch. Da es damals sehr ungastlich wurde, zog sie sich zurück und „wanderte aus“. Ca. 1827 brachte der schottische Botaniker David Douglas die ersten Samen aus Nordamerika nach England und setzte sie in einem Garten in der Nähe von London.
Douglasien sind nach dem Urweltmammutbäumen, die zweithöchsten Bäume. Sie können über 100m hoch werden und ein Alter von ca. 600 Jahren erreichen. Der höchste Baum in unseren Breiten, mit 65 m, ist eine 106 jährige junge Lady namens „Waldtraut vom Mühlwald“ bei Freiburg.

Vielleicht fragt ihre euch jetzt, was bitte möchte sie uns sagen? Wie kommt sie jetzt gerade auf die Douglasie?
Ganz einfach: sie ist mir begegnet, als ich auf Fototour zu Fichten und Kiefern war...
Die Douglasie, sie lief mir vor mein schauendes Auge. Unerwartet und so gar nicht im Sinn meiner Absicht.


…und da stand sie, in mitten einer kleinen Gruppe von Fichten. Fast unscheinbar. Ihr Kleid zerzaust. leicht und luftig. Zurückhaltend, als ob sie die anderen nicht stören möchte. Etwas schüchtern, dennoch überragte sie alle. Sie hatte eine Präsenz, die sich auf eine stille, heitere Art und Weise bemerkbar machte. Und so veranlasste sie mich, anzuhalten und ihr meine Aufmerksamkeit zu schenken. Ich wollte wissen, wer ist diese Schöne, die da so aus der Reihe tanzt. Ganz im Gegensatz zu ihren wehrhafter, strengen Begleitern mit stechenden, harten Nadeln, waren ihre Nadeln sanft, weich, geschmeidig. Sie fühlten sich etwas kühl an, wie schwere glatte Seide. Die Zweige wirkten eher zart und feingliedrig. Die Äste hingegen drückten Stabilität und Kraft aus, deren Rinde war glatt ohne Rauheit. Bis zu diesem Zeitpunkt suchte mein Hirn immer noch nach einem Namen für dieses Baumwesen. Meine Vermutung ging in Richtung Douglasie, jedoch sicher war ich mir nicht, also beschaute ich sie weiter. Wohl wissend, dass mein merkwürdiges Treiben beäugt werden würde, denn die Baumgruppe stand mitten in einem kleinen Dorf. Von der Weide her stand ich bereits unter Beobachtung…


Ich bemerkte, dass ich mich immer noch, trotz Berührung der Nadeln, auf Distanz hielt. Nimm eine Nadel, zerreibe sie, rieche daran und koste sie, so eine leise „Aufforderung“…

Als ich den Duft der Nadeln wahrnahm, war ich mir sicher: sie ist es, die Douglasie (Pseudotsuga menziesii).


Der Duft dieser Nadeln….süß, fruchtig, an eine süße reife Orange erinnernd. Später kam eine feine holzig-grüne Waldnote hinzu.

…und noch etwas nahm ich zum ersten Mal bewußt wahr, die Rinde des Stammes. Sie bestand aus einer starken rissigen Borke. An einer Stelle, schaute jedoch eine junge glatte Rinde hervor, sie war übersät mit kleinen Beulen. Ich betastete sie vorsichtig und merkte, dass sie unter Druck nachgaben. Kurz entschlossen ritze ich eine Beule mit dem Fingernagel an und schon trat ein farbloser, klarer, duftender Harztropfen hervor. Das also waren die Harzbeulen der Douglasie, von denen ich irgendwann (so nebenbei) gelesen hatte. …und plötzlich sah ich auch die Harzbeulen an den Ästen…


Dinge bekommen eine Bedeutung erst durch die Wahrnehmung. Die Douglasie war nun auch in meiner Welt angekommen …

Der Duft des Harzes war frischer, klarer, citrusartiger, weniger süß als der Duft der Nadeln. mit einer leichten harzig-terpenartigen Note . Ich spürte, wie dieser Duft meinen Geist erfrischte, mich tief durchatmen lies und mich heiter und freudig stimmte. Es war eine faszinierende olfaktorische Begegnung, von der ich mir wünschte, sie möge ewig währen. Staunen, Wahrnehmen und Freude … ein sinnlicher Augenblick.

Das ÄÖ der Douglasie, aus dem Fläschchen, hatte nun eine Gestalt bekommen etwas Verbindendes, Erinnerndes, Bleibendes, Unvergessliches. Die Douglasie war mit all ihrer Persönlichkeit präsent und in neuer bildhafter „Form“ zur Duftkommunikation bereit. Schließe ich die Augen ist die Stimmung dieses Augenblickes, die Wärme der Sonnenstrahlen, der Blick des Pferdes, die Freude meiner Entdeckungsreise hin zur Douglasie als lebendiges Bild in mir verankert und versetzt mich in heitere gelassene Stimmung. Wohlbehagen. Selbst die Düfte von Nadeln und Harz sind wahrnehmbar. Ein Duftanker ist gesetzt.
Zuhause angekommen recherchierte ich zur Pflanze. Mein bisheriges ÄÖ Wissen reichte mir nicht mehr…

Ich weiß, dass die Douglasie in manchen Stuben an Heiligen Abend im Lichterglanz erstrahlen und mit ihrem wundevollen Duft verzaubern wird.

...würde sie nach Weihnachten, im Sinne des viel zitierten Wortes "Nachhaltigkeit" nicht doch noch Lust auf eine kleine Destillation haben ... weiterduften als ÄÖ oder als Hydrolat? Fragt sie, sie wird es euch wissen lassen. Vielleicht reichen auch schon einige Nadeln zum Räuchen, um ihre Duftpräsenz fürs neue Jahr zu erhalten. Der Duft der Douglasie hält Informationen bereit, für einen frischen, schwungvollen Impuls um neue Wege zugehen, Erkenntnisse mit klaren kreativen Blick zu betrachten und zu nutzen. Neue Gedanken "weich" zu kommunizieren. Entspannt und optimistisch, mit dem Wissen um die eigene innere Stärke... trotz gelegendlicher Schüchternheit.

Übrigens noch eine Besonderheit, das ÄÖ der Douglasie hat doppelt soviel Beta-pinen als wie Alpha-pinen. Meist ist es genau umgekehrt. Im Duftausdruck spiegelt es sich in der "Weichheit" und in der leicht fruchtigen Note wieder. Alpha-Pinen trägt eine stärkere terpentinartige harzige Note.


Im Duftschälchen mit Salz habe ich gerade 3 Tr. Douglasie und je 1 Tr. Weißtanne und 1 Tr. Grapefruit Extra ... Hmm&Hach!